Der DAX befindet sich am Dienstag im Aufwind - das treibt den deutschen Leitindex jetzt an. Im Fokus: Siemens, Mutares, SpaceX, Microsoft, Marvell, Bitcoin, Supermicro und Roche.

 Angetrieben von einer freundlichen Börsenstimmung in den USA haben die meisten Aktienmärkte in Europa am Dienstag ihre frühen Gewinne ausgebaut. Der Blick auf den Monat Juni ergibt für die wichtigsten Indizes ebenfalls überwiegend ein positives Bild. Noch erfreulicher sieht es aus, wenn auf das gesamte erste Halbjahr geschaut wird.

Was die jüngste Entwicklung betrifft, so sieht Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets eine intakte Erholungsbewegung. Angetrieben werde sie durch Schnäppchenjäger, die nach den jüngsten Verlusten an der Nasdaq wieder verstärkt bei Techwerten zugriffen.

Der EuroStoxx 50 beendete den Tag 1,55 Prozent höher auf 6.328,09 Punkte. Damit hat der Eurozonen-Leitindex im Juni um 4,6 Prozent zugelegt und seinen Gewinn im ersten Halbjahr auf etwas über 9 Prozent ausgebaut.

Außerhalb der Euroregion kletterte der schweizerische SMI an diesem Tag in Richtung 14.300 Punkte. Als er ein Rekordhoch erreichte, folgten prompt Gewinnmitnahmen. Mit minus 0,21 Prozent auf 14.193,92 Punkte ging er aus dem Handel, was für den Juni ein Plus von etwas weniger als 5 Prozent bedeutet und im bisherigen Jahresverlauf eines von 7 Prozent.

Der Monats- und Halbjahresvergleich fällt für den britischen FTSE 100, der am Dienstag mit plus 0,12 Prozent auf 10.497,12 Zähler schloss, etwas schwächer aus. Auf Monatssicht legte er nur um 0,9 Prozent zu, seit Jahresbeginn immerhin um knapp 6 Prozent.

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DAX (WKN: 846900)

US-Börsen

Die US-Börsen haben am Dienstag etwas weiter zugelegt. Vor allem die Nasdaq-Indizes bauten ihre starken Vortagesgewinne aus. Marija Veitmane, Leiterin Aktienanalyse bei State Street Global Markets, verwies auf die wieder erstarkte Nachfrage nach Technologieaktien. "Die Anleger sind erneut zu der Ansicht gelangt, dass der IT-Sektor eine der wenigen Branchen mit starkem und verlässlichem Gewinnwachstum darstellt", schrieb sie. "Dadurch erscheinen hier jegliche Schwankungen als Kaufgelegenheit."

Der Konflikt in Nahost bleibt zwar im Blick, doch das Anlegerverhalten bestimmt er derzeit nicht wesentlich. Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus gibt es trotz einer Reise von US-Vertretern nach Katar vorerst keine neuen Gespräche mit dem Iran.

Nach Erholungsgewinnen von zwei Prozent am Vortag hat der Nasdaq 100 auch an diesem Tag die Nase vorn. Der überwiegend mit Technologietiteln bestückte Auswahlindex stieg im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 30.090 Punkte. Auf Monatsbasis bedeutet das zwar ein Minus von 0,8 Prozent, seit Jahresbeginn jedoch ein Plus von 19 Prozent, das vor allem auf die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) zurückgeht.

Der Dow Jones Industrial gewann am Dienstag 0,3 Prozent auf 52.311 Punkte. Für den Juni ergibt dies zwar ein Plus von 2,5 Prozent, doch im bisherigen Jahresverlauf hat der bekannteste Wall-Street-Index mit einem Gewinn von knapp 9 Prozent nicht einmal halb so stark zugelegt wie der Nasdaq 100. Der marktbreite S&P 500 gewann an diesem Handelstag 0,4 Prozent auf 7.470 Punkte, was für die ablaufenden sechs Monate einen Gewinn von 9 Prozent bedeutet.

Nachrichten Deutschland

JPMorgan hebt Ziel für Siemens auf 345 Euro - 'Overweight'

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Siemens vor den am 6. August erwarteten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal von 335 auf 345 Euro angehoben. Die Einstufung auf "Overweight" wurde bekräftigt. Zudem bleibt die Aktie auf der "Analyst Focus List". Analyst Phil Buller rechnet in seinem am Montagabend vorliegenden Ausblick mit einer Fortsetzung der starken Trends des Technologiekonzerns, die seit Jahresbeginn bereits zu sehen gewesen seien. Das Kursziel hob er auch an, da er sein Bewertungsmodell von Juni 2027 auf Dezember 2027 verlegte.

Bafin findet Fehler im Jahresabschluss 2023 von Mutares - Angabe bereits ergänzt

Die Finanzaufsicht Bafin hat die Prüfung des Jahresabschlusses von 2023 der Beteiligungsgesellschaft Mutares beendet und einen Fehler gefunden. So habe ein Vermerk zur Restlaufzeit von Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Anhang gefehlt, teilten Bafin und Mutares am Dienstag mit. Dieser soll einen besseren Einblick in die kurzfristige Liquiditätslage des Unternehmens ermöglichen und ist gesetzlich vorgeschrieben.

Mutares erklärte, die entsprechende Angabe sei in den veröffentlichten Jahresabschlüssen 2024 und 2025 bereits ergänzt, einschließlich einer rückwirkenden Darstellung zum 31. Dezember 2023. Damit habe Mutares dem Informationsinteresse im Hinblick auf die Restlaufzeit der Forderungen gegen verbundene Unternehmen bereits vor dem Abschluss der Prüfung durch die Bafin vollständig Rechnung getragen. Das Unternehmen ergänzte, die Prüfung der Angaben zur voraussichtlichen Entwicklung im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht seien von der Bafin ohne Beanstandungen abgeschlossen worden.

JPMorgan belässt Vonovia auf 'Overweight' - Ziel 34,50 Euro

Die US-Bank JPMorgan hat Vonovia mit einem Kursziel von 34,50 Euro auf "Overweight" belassen. Trotz des abnehmenden Gegenwinds von der Zinsseite kämen die Aktien des Immobilienkonzerns weiter nicht in Schwung, schrieb Neil Green am Montagabend. Die Talsohle dürfte zwar erreicht sein. Doch für einen nachhaltigen Kursanstieg brauche es Fortschritte mit Blick auf die strategischen Ziele sowie stabilere Zinsaussichten.

SMA beschleunigt Erholung - Bericht über US-Importverbot

Eine globale Erholung bei Solaraktien gibt am Dienstag auch den Anteilen des Wechselrichterherstellers SMA Solar auf ihrer Erholung viel neuen Schub. Nach zunächst noch verhaltenem Start weiteten sie ihr Plus am Nachmittag auf mehr als elf Prozent aus. Sie näherten sich mit 62,85 Euro wieder dem Mehrjahreshoch vom Mai, von dem sie bis Mitte Juni wieder deutlich zurückgekommen waren. Zuletzt kam dann wieder viel neuer Schwung in die Aktien: Ihr Plus haben sie nun binnen drei Tagen auf etwa ein Viertel gesteigert.

SMA bekommen am Dienstag Rückenwind aus den USA, wo sich bei Wechselrichter-Herstellern wie Enphase und Solaredge ebenfalls relativ große Gewinne von bis zu 11 Prozent anbahnen. Als Treiber dafür galt ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach in den Vereinigten Staaten ein Importverbot vor allem für chinesische Wechselrichter vorbereitet wird. Es gebe die Sorge, dass das Land diese Produkte dazu nutzen könnte, um die Stromversorgung zu stören.

Internationale Nachrichten

Starke Nachfrage nach Container: Moller-Maersk hebt Gewinnziel an

Die Reederei Moller-Maersk rechnet wegen starker Nachfrage im Containermarkt mit mehr Gewinn im laufenden Jahr als bisher. Die Prognosenspannen sowohl für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) als auch für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hob die weltweit zweitgrößte Containerschiff-Reederei an. Zudem soll der freie Barmittelabfluss (Cashflow) geringer ausfallen als bisher erwartet.

Die Freude der Anleger über die Neuigkeiten hielt nicht lange an. Nach einem deutlichen Kursanstieg im frühen Handel notierte die Moller-Maersk-Aktie am Nachmittag vier Prozent tiefer.

So soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nun acht bis zehn Milliarden US-Dollar betragen, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Zuvor war Maersk von 4,5 bis 7 Milliarden Dollar (3,9 bis 6,1 Mrd Euro) ausgegangen. Analysten hatten bislang etwas mehr als das obere Ende dieser Spanne auf ihren Zetteln. Beim Volumenwachstum des weltweiten Containermarktes erwarten die Dänen 2026 nun 4 Prozent statt bisher 2 bis 4 Prozent.

Brüssel prüft US-Zahntechnik-Unternehmen Align kartellrechtlich

Die EU-Kommission verdächtigt das Medizintechnikunternehmen Align Technology, seine Stellung als Marktführer bei transparenten Zahnkorrekturschienen ausgenutzt zu haben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter prüfen, ob das Unternehmen mit Sitz in den USA gegen EU-Regeln verstoßen hat. Align Technology könnte demnach Zahnärztinnen und Zahnärzte faktisch gezwungen haben, einen bestimmten Scanner zu kaufen, wenn sie durchsichtige Schienen der Marke Invisalign für ihre Patientinnen und Patienten bestellen wollten.

Dabei geht es laut der Behörde um individuell angefertigte, herausnehmbare Zahnschienen aus transparentem Kunststoff zur Behandlung von Zahnfehlstellungen. Zunächst habe Invisalign aufgrund des Patentschutzes eine nahezu monopolartige Stellung gehabt.

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Im frühen New Yorker Handel verlor die Align-Aktie gut drei Prozent.

Supermicro-Büros in Taiwan durchsucht – Verdacht auf Chip-Schmuggel

Taiwanesische Behörden haben Büros von Supermicro sowie mehrere verbundene Unternehmen durchsucht im Rahmen der laufenden Ermittlungen wegen mutmaßlichen Schmuggels von Nvidia-GPUs in chinesische Server – die Aktie fiel daraufhin um rund 6 Prozent. Es handelt sich um Taiwans erste öffentliche Beteiligung an der seit Jahren laufenden US-Initiative gegen den Export fortschrittlicher Chips nach China, wobei das Land bislang keine entsprechenden eigenen Gesetze hatte, diese aber nun in Erwägung zieht. Bereits im März wurden drei mit Supermicro verbundene Personen, darunter ein Mitgründer, wegen Beihilfe zum Schmuggel von US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar angeklagt.

Cathie Woods ARK kauft Krypto-Aktien im Kursrückgang – BNY erweitert USDC-Service

ARK Invest hat in den vergangenen drei Handelstagen Krypto-bezogene Aktien im Wert von 43,5 Millionen Dollar zugekauft, darunter Coinbase, Circle, Bullish und Robinhood, während Bitcoin auf ein Zweijahrestief von rund 58.190 Dollar gefallen war. Parallel dazu hat die Großbank BNY ihre digitale Custody-Plattform um die Möglichkeit erweitert, Circles Stablecoin USDC direkt zu prägen und einzulösen – die erste derartige Funktion auf der Plattform. Bei der EU-weiten MiCA-Lizenzierung führt Deutschland mit 57 zugelassenen Krypto-Dienstleistern das Feld an, was rund 23 Prozent aller bisher erteilten Lizenzen entspricht.

Marvell führend im wachsenden CXL-Markt – UBS hebt Kursziel deutlich an

UBS erwartet, dass der adressierbare Markt für CXL-Verbindungstechnologie in Rechenzentren bis 2027 auf 4,5 Milliarden Dollar und bis 2030 auf 7 bis 10 Milliarden Dollar wächst, wovon Marvell mit geschätzten 1 Milliarde Dollar CXL-Umsatz im Jahr 2027 maßgeblich profitieren dürfte. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für Marvell von 230 auf 340 Dollar und hob gleichzeitig die Umsatzschätzungen für 2027 und 2028 deutlich an. Auch Astera Labs und Broadcom gelten laut UBS als Profiteure des wachsenden CXL-Marktes.

Charter-Aktie springt nach SpaceX-Gesprächen – Analysten dämpfen Erwartungen

Berichte über mögliche Gespräche zwischen Charter Communications und SpaceX über eine Mobilfunkpartnerschaft ließen Charters Aktie zweistellig steigen, während große Mobilfunkanbieter wie T-Mobile zwischen 5 und 7 Prozent verloren. BNP Paribas dämpft jedoch die Erwartungen: Ein solches Abkommen könnte zwar Starlinks Abdeckungslücken in städtischen Gebieten über Charters WLAN-Hotspots schließen, käme aber wegen Charters bestehendem Vertrag mit Verizon nicht ohne Komplikationen zustande und würde keine vollwertige nationale Alternative zu den etablierten Netzbetreibern schaffen. Der Aufbau eines wirklich landesweiten Mobilfunknetzes würde laut der Analyse Jahre dauern und über 100 Milliarden Dollar an Investitionen erfordern.

Analyst: Markt bewertet Microsoft und Speicherchips fundamental falsch

D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria sieht eklatante Bewertungsverzerrungen im Tech-Sektor: Während Speicherhersteller Micron nur mit dem 8- bis 9-fachen Gewinn gehandelt wird, erzielen CPU-Aktien das 40- bis 50-fache – obwohl der Speichermarkt strategisch wichtiger und weniger umkämpft sei. Bei den Hyperscalern werde Microsoft trotz eines um 50 Prozent größeren KI-Auftragsbestands als Google deutlich härter abgestraft, was Luria als überzogene Korrektur bezeichnet, da Microsofts Unternehmenssoftware wie Outlook und Teams auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben dürfte.

Roche erhält FDA Priority Review für Enspryng bei Autoimmunerkrankung TED

Der Pharmakonzern Roche hat von der US-Zulassungsbehörde FDA eine vorrangige Prüfung für Enspryng zur Behandlung der Autoimmunerkrankung TED erhalten. Grundlage für die Prüfung sind die beiden Satra-GO-Studien. Eine Entscheidung der FDA zur Zulassung wird für den 15. Oktober erwartet. Enspryng habe das Potenzial, die erste subkutane, zu Hause verabreichbare Standardtherapie für TED zu werden, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. TED ist eine seltene Autoimmunerkrankung der Augenhöhle, die meist im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion auftritt.

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum durchsuchten taiwanesische Behörden die Büros von Supermicro?

Im Rahmen laufender Ermittlungen wegen mutmaßlichen Schmuggels von Nvidia-GPUs in chinesische Server wurden Büros von Supermicro sowie verbundenen Unternehmen durchsucht, die Aktie fiel daraufhin um rund 6 Prozent. Es handelt sich um Taiwans erste öffentliche Beteiligung an der seit Jahren laufenden US-Initiative gegen den Export fortschrittlicher Chips nach China. Bereits im März waren drei mit Supermicro verbundene Personen wegen Beihilfe zum Schmuggel von US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar angeklagt worden.

Warum sieht UBS bei Marvell Technology so großes Wachstumspotenzial im CXL-Markt?

UBS erwartet, dass der Markt für CXL-Verbindungstechnologie in Rechenzentren bis 2027 auf 4,5 Milliarden Dollar und bis 2030 auf 7 bis 10 Milliarden Dollar wächst, wovon Marvell mit geschätzten 1 Milliarde Dollar CXL-Umsatz im Jahr 2027 maßgeblich profitieren dürfte. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für Marvell von 230 auf 340 Dollar und sieht auch Astera Labs und Broadcom als Profiteure dieses wachsenden Marktsegments.

Warum hält ein Analyst die aktuelle Bewertung von Microsoft und Speicherchips für fundamental falsch?

D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria sieht eklatante Bewertungsverzerrungen im Tech-Sektor: Während Speicherhersteller Micron nur mit dem 8- bis 9-fachen Gewinn gehandelt wird, erzielen CPU-Aktien das 40- bis 50-fache, obwohl der Speichermarkt strategisch wichtiger sei. Microsoft werde trotz eines um 50 Prozent größeren KI-Auftragsbestands als Google deutlich härter abgestraft als der Konkurrent, was Luria als überzogene Korrektur bewertet, da Microsofts Unternehmenssoftware auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben dürfte.