Zum Wochenstart kann der DAX deutlich anziehen – das bewegt den deutschen Leitindex jetzt. Im Fokus stehen folgende Themen: Iran, Trump, McDonalds, Bitcoin, Rheinmetall, Euro, SpaceX, DWS, Allianz.
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Krieges sorgt am Montag bei Anlegern für Erleichterung. Knapp vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax ein Plus von 1,5 Prozent auf 25.015 Punkte. Damit würde der Leitindex wieder knapp über die Marke von 25.000 Punkten zurückkehren. Über dieser wartet dann bei 25.507 Punkten das Rekordhoch.
Oftmals angekündigt, ist der Deal zwischen den Kriegsparteien jetzt endlich Fakt: Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Es umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen dem Libanon. Marktbeobachter verwiesen am Morgen zwar weiter auf Restzweifel, aber Anleger nehmen die Absichten gerne zur Kenntnis.
Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus soll laut US-Angaben aufgrund notwendiger Minenräumung erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag geöffnet werden. Die Ölpreise sinken um etwa fünf Prozent und sorgen für weiter abnehmenden Inflationsdruck. Dies könnte vor den Zinsentscheiden, die in dieser Woche in den USA, Japan, Großbritannien und der Schweiz anstehen, perspektivisch den Handlungsdruck etwas mildern.
Gut für die Börsenstimmung verlief am Freitag in New York auch der Rekord-Börsengang des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX. Anleger konnten üppige Gewinne erzielen und der Trend geht am Montag im Tradegate-Handel nochmals etwas nach oben. Das Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmen von Tesla-Chef Elon Musk ist aus dem Stand mehr wert als der Facebook-Konzern Meta und der Elektroautobauer Tesla.
Nachrichten aus Deutschland
Rheinmetall gegen den Trend schwach nach Zeitungsbericht
Rüstungswerte tun sich am Montag im starken Gesamtmarkt vorbörslich schwer. Die Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran gibt der Branche keinen Schwung - anders als beispielsweise Tourismus- und Luftfahrtaktien. Rheinmetall stehen derweil auch mit einem Bericht der "Welt am Sonntag" im Fokus. Demnach sorgen sich die Düsseldorfer nach dem Aus des geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeugs nun auch vor einem Ausstieg der Franzosen beim gemeinsamen Panzerprojekt MGCS. Nach Informationen des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger plane Frankreich, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen, schreibt die Zeitung.
Rheinmetall-Aktien sind auf der Handelsplattform Tradegate am Morgen der schwächste Dax-Wert. Im Vergleich zum Xetra-Schluss verlieren sie 3,5 Prozent. Sie knüpfen damit an ihren schwachen Trend des bisherigen Jahres an. Bis dato hatten sie 22 Prozent an Wert verloren.
Eurokurs mit deutlichen Gewinnen nach Iran-Deal
Der Euro hat am Montag mit einem Kurssprung auf das Abkommen zwischen den USA und dem Iran reagiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1615 US-Dollar gehandelt und damit klar höher als am Freitagnachmittag, bevor erste Hinweise auf eine mögliche Friedenslösung die Runde gemacht hatten. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1567 Dollar festgesetzt.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die am 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben. Wenige Stunden zuvor hatte in dem Krieg noch eine weitere Eskalation gedroht.
"Die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten nimmt zu und die Energiepreise geben weiter nach", schreibt die Helaba in ihrem Morgenkommentar. Mit Blick auf den Kalender diese Woche stehen laut Helaba vor allem Stimmungsdaten dies und jenseits des Atlantiks und die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im Fokus. "Bei der FOMC-Entscheidung an diesem Mittwoch wird es wohl nicht zu einer geldpolitischen Änderung kommen. Allerdings dürften sich die neuen Leitzinsprojektionen nach oben verschieben", erwarten die Experten.
Goldman senkt DWS auf 'Sell' - Ziel runter auf 57 Euro
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktien der DWS von 65 auf 57 Euro gesenkt und die Papiere von "Neutral" auf "Sell" abgestuft. Oliver Carruthers reagiert damit am Montag nach seiner Branchenanalyse auf die jüngste Kurserholung und erste Anzeichen einer Normalisierung der bisherigen Argumente für Mittelzuflüsse.
Berenberg hebt Ziel für Allianz auf 684 Euro - 'Buy'
Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Allianz von 504 auf 684 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die aktuellen Bewertungen der vier großen europäischen Kompositversicherer Allianz, Axa, Generali und Zurich würden den Verbesserungen in den Geschäftsmodellen und Finanzkennziffern nicht gerecht, schrieb Michael Huttner in einer am Montag vorliegenden Brancheneinschätzung. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne für 2028 liege bei rund 12 - angemessen wäre aber ein Wert von 20. Die Allianz bleibt der bevorzugte Wert des Experten. Das höchste Potenzial sieht Huttner aber bei Axa mit Blick auf den Investorentag am 14. September.
Internationale Nachrichten
Bitcoin zieht nach Iran-Deal auf knapp 66.000 Dollar an
Der Bitcoin ist nach dem am späten Sonntagabend angekündigten Iran-Abkommen kräftig gestiegen und setzt damit seine Erholung der vergangenen Tage fort. Der Kurs der ältesten und bekanntesten Digitalwährung kletterte am Montag im frühen Handel bis auf fast 66.000 Dollar. Damit kostet ein Bitcoin rund 2.000 Dollar oder circa drei Prozent mehr als noch vor der Ankündigung der Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den Kriegsparteien im Nahen Osten.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.
Mit dem Kursanstieg zum Wochenstart knüpfte der Bitcoin an die Gewinne der vergangenen Handelstage und damit an die Erholung seit einem Zwischentief an. Anfang Juni war der Kurs zeitweise unter die Marke von 60.000 Dollar gefallen. Dies war der tiefste Stand seit Oktober 2024. Trotz der Gewinne seit dem 5. Juni liegt der Bitcoin-Kurs noch rund ein Viertel unter dem Niveau von Ende 2025.
Der Bitcoin hatte im vergangenen Jahr rund sechs Prozent nachgegeben. Es war den Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erst das vierte Verlustjahr in der Geschichte der Digitalwährung, die es erst seit 2009 gibt. Seit dem Rekordhoch im Oktober vergangenen Jahres von mehr als 126.000 Dollar ist der Kurs um fast die Hälfte gefallen.
Mittel- und längerfristig gesehen ist der Bitcoin allerdings weiter eine der erfolgreichsten Anlageklassen. In den vergangenen fünf Jahren zog der Kurs um rund zwei Drittel an; seit Juni 2016 verteuerte sich der Bitcoin um mehr als 9.000 Prozent. Das heißt: Der Kurs zog um mehr als das 90-Fache an.
Der Wert aller Bitcoins liegt aktuell bei etwas mehr als 1,3 Billionen Dollar und dominiert damit weiter den Kryptowährungsmarkt. Bei CoinMarketCap wird die Marktkapitalisierung aller Digitalwährungen bei rund 2,2 Billionen Dollar angeben.
McDonald's lockert exklusive Coca-Cola-Partnerschaft
Nach 70 Jahren enger Zusammenarbeit erweitert McDonald's seine Getränkepalette über Coca-Cola hinaus mit eigenen Limonaden, Erfrischungsgetränken und geplanten Energydrinks gemeinsam mit Red Bull, um vom wachsenden Markt für Spezialgetränke zu profitieren. Hintergrund ist, dass jüngere Konsumenten zunehmend individualisierbare Getränke bevorzugen, wie Starbucks mit Milliardenumsätzen in diesem Segment vorgemacht hat – während frühere Coca-Cola-Initiativen wie Freestyle-Automaten in McDonald's-Filialen kaum Erfolg hatten. Coca-Cola bleibt zwar weiterhin tief in das Geschäft integriert und betont die starke Partnerschaft, muss sich aber auf eine breitere Lieferantenbasis bei seinem größten Kunden einstellen.
Ant Group plant KI-gestützten Alipay-Relaunch
Die von Jack Ma unterstützte Ant Group testet laut Bloomberg eine grundlegende Überarbeitung ihrer Super-App Alipay mit einem KI-Assistenten namens „Ah Bao", der Nutzern per Text- oder Sprachbefehl Fahrten buchen, Essen bestellen und sogar Investmentfonds kaufen lassen soll. Damit verschärft sich der Wettbewerb mit Tencents WeChat, das ebenfalls einen KI-Agenten testet. Der KI-Fokus folgt auf die regulatorische Blockade von Ants ursprünglich geplantem Rekord-Börsengang und begleitende Einschränkungen im Kreditgeschäft.
KI-Boom treibt Finanzierungswelle über 100 Milliarden Dollar in wenigen Tagen
Angeführt von SpaceX' 75-Milliarden-Dollar-Börsengang und einer 35-Milliarden-Dollar-Schuldenfinanzierung von Anthropic haben Investoren laut Financial Times binnen wenigen Tagen über 100 Milliarden Dollar in KI-nahe Unternehmen gesteckt – parallel sammeln Banken über 40 Milliarden Dollar für Paramounts Übernahme von Warner Bros. Discovery ein. Insgesamt haben Unternehmen laut LSEG in diesem Jahr bereits rund 4,7 Billionen Dollar über globale Schulden-, Aktien- und Kreditmärkte aufgenommen – ein Rekordtempo, das 7 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt. Mehrere Marktbeobachter warnen jedoch, dass die Konzentration der Nachfrage auf KI-Titel sowie die Rückkehr zu Netto-Aktienemissionen historisch als Warnsignal für eine spätzyklische Marktphase gelten.
SpaceX verzeichnet Rekord-Privatanlegernachfrage am ersten Handelstag
Privatanleger investierten am ersten Handelstag netto 118 Millionen Dollar in SpaceX-Aktien – der größte durch Kleinanleger getriebene Börsenstart der jüngeren Geschichte, der den bisherigen Rekord von Coinbase aus dem Jahr 2021 deutlich übertrifft. SpaceX war mit einem Handelsvolumen von 453 Millionen Dollar die meistgekaufte Einzelaktie des Tages – mit einer Nettokaufrate von mehr als dem 3,5-Fachen von Nvidia. Gleichzeitig verkauften Privatanleger jedoch in der Vorwoche bisherige Jahresgewinner wie Micron, Marvell und Robinhood in großem Stil, was laut Vanda Research die schwächste Netto-Kaufaktivität seit März 2020 zur Folge hatte
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Iran-USA-Rahmenabkommen für die Märkte?
Die USA und der Iran haben sich auf ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten verständigt, was die Ölpreise um rund fünf Prozent fallen ließ und Aktien, Euro sowie Bitcoin Auftrieb gab. Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus soll nach der formellen Unterzeichnung am Freitag wieder geöffnet werden. Restzweifel bleiben jedoch bestehen, und die sinkenden Energiepreise könnten den Handlungsdruck vor den anstehenden Zinsentscheiden in den USA, Japan, Großbritannien und der Schweiz etwas mildern.
Wie hat sich der SpaceX-Börsengang am ersten Handelstag entwickelt?
SpaceX verzeichnete mit netto 118 Millionen Dollar den größten durch Kleinanleger getriebenen Börsenstart der jüngeren Geschichte und übertraf damit den bisherigen Rekord von Coinbase aus dem Jahr 2021 deutlich. Mit einem Handelsvolumen von 453 Millionen Dollar war SpaceX die meistgekaufte Einzelaktie des Tages – mit einer Nettokaufrate von mehr als dem 3,5-Fachen von Nvidia. Aus dem Stand ist das Unternehmen damit mehr wert als Meta und Tesla zusammen.
Warum bleibt Rheinmetall trotz starkem Gesamtmarkt unter Druck?
Während Tourismus- und Luftfahrtaktien vom Iran-Deal profitieren, bleibt Rheinmetall mit einem Minus von 3,5 Prozent der schwächste DAX-Wert. Laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" sorgen sich die Düsseldorfer nach dem Aus des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts nun auch um einen möglichen Ausstieg Frankreichs beim gemeinsamen Panzerprojekt MGCS, da Frankreich offenbar plant, das Budget drastisch zu kürzen. Die Aktie knüpft damit an ihren bereits schwachen Jahrestrend mit einem Minus von 22 Prozent an.