Besser könnte die Ausgangslage für das zweite Halbjahr kaum sein: Nach der erstmaligen Konsolidierung des übernommenen Branchenkollegen Gagfah verzeichneten alle wichtigen Kennziffern bei der Deutschen Annington im ersten Quartal kräftig Zuwächse. Auch der Ausblick überzeugte, der Konzern bleibt voll auf Wachstumskurs. Zuletzt wurde der Übernahmehunger mit der Süddeutschen Wohnen Gruppe gestillt. Mit dem Kauf der knapp 20.000 Wohnungen, die sich zum Großteil in Baden-Württemberg befinden, steigen die Mieteinnahmen um 105 Mio. Euro. Bisher war die Deutsche Annington im attraktiven süddeutschen Immobilienmarkt, der von einer niedrigen Arbeitslosigkeit und hohen verfügbaren Einkommen geprägt ist, noch wenig engagiert. Ein cleverer Deal, der natürlich Geld kostet.

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Kurssturz erscheint übertrieben



Als Belastung erwies sich zuletzt auf der einen Seite die für den Zukauf nötige Kapitalerhöhung über 2,25 Mrd. Euro. Bis Monatsende können die neuen Papiere erworben werden, zehn alte Aktien berechtigen zum Bezug von drei neuen Titeln zu jeweils 20,90 Euro. Weitere Übernahmen sind durchaus denkbar: "Wir schauen uns jedes Portfolio ab 1.000 Einheiten an, das in Deutschland auf den Markt kommt, ob es strategisch zu uns passt, und werden weiter zukaufen", sagte Vorstandschef Rolf Buch der "Welt am Sonntag". Inzwischen verfügt die Deutsche Annington über rund 370.000 Wohneinheiten, der Portfoliowert liegt bei 22,4 Mrd. Euro. Mit der zunehmenden Größe sinken zugleich die Kosten für Verwaltung und Instandhaltung.

Ein weiterer Grund für Gewinnmitnahmen waren die wieder steigenden Zinsen an den Anleihemärkten. Bisher galten Immobilienunternehmen als einer der Hauptprofiteure der niedrigen Zinsen, weil so eine günstige Refinanzierung gewährleistet war. Daran dürfte sich aber auch in näherer Zukunft nichts ändern. Eine Zinswende ist nicht in Sicht, auch auf dem aktuellen Niveau bleibt das Umfeld sehr attraktiv.

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DAX-Aufstieg früher als erwartet?



Fazit: Sowohl charttechnisch als auch fundamental sind die Aussichten für die Aktie der Deutschen Annington gut. Auf dem ermäßigten Kursniveau bietet der MDAX-Wert eine verlockende Nachkaufchance. Ähnlich sehen dies auch Mitglieder des Management-Teams, zuletzt waren wieder einige Insiderkäufe zu beobachten. Anleger können zudem auf einen Aufstieg in den DAX spekulieren. Sollte K+S durch Potash übernommen werden, ist die Deutsche Annington neben ProSiebenSat.1 der Top-Kandidat für die erste Liga. Bei der Marktkapitalisierung sind beide Unternehmen auf Augenhöhe, die Umsätze waren zuletzt aber beim Immobilienkonzern bereits höher.



Neben einem Direkteinstieg können etwas mutigere Anleger auch gehebelt auf die guten Perspektiven setzen. Wegen der aktuell erhöhten Unsicherheit am Gesamtmarkt und der aufgezeigten Belastungsfaktoren bei der Deutschen Annington sollte der Hebel allerdings eher gering ausfallen. Mit dem Knock out Bull WKN CC6LX8 werden Kursveränderungen der Aktie um den Faktor 2,8 verstärkt. Sollten die Papiere wieder bis an das Jahreshoch bei 33,13 Euro steigen, klettert der Schein ausgehend von derzeit 0,95 Euro um rund 70 Prozent auf 1,62 Euro. Gewinne darüber hinaus sind mittelfristig durchaus zu erwarten.

Basiswert Deutsche Annington

Kurs Basiswert 25,93 EUR

Produkt Knock out Bull

WKN CC6LX8

Emittent Citi

Fälligkeit endlos

Hebel 2,8

Basispreis 17,02 EUR

Knock Out 17,79 EUR

Kurs Zertifikat 0,95 EUR

Spread 1,08 Prozent

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar". Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF), Gastautor bei n-tv und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare, referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und betreute mehrere Jahre für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. www.index-radar.de