In West- und Osteuropa finden Anleger etliche Fonds, die ihre Indizes deutlich übertreffen. Viele von ihnen setzen auf Qualitätsaktien, die stark wachsen. Von Jörg Billina, Ralf Ferken, Stephan Haberer und Stefan Rullkötter

Nach wie vor orientieren sich viele Anleger am heimischen DAX, um sich über die Aktienmärkte zu informieren. Das ist durchaus naheliegend. Schließlich können Anleger seit 20 Jahren mit dem iShares Core DAX ETF zu geringen Kosten in die 30 DAX-Aktien investieren. Dennoch finden Anleger weiterhin gute Fonds für deutsche Aktien. Dies gilt zum Beispiel für den Concentra von Allianz Global Investors, den Christoph Berger managt. Berger investiert nicht nur in deutsche Bluechips wie SAP oder Siemens, sondern auch in kleinere Titel wie den Onlinevermarkter Ströer oder den Onlinehändler Zalando. Vorausgesetzt, sie bieten genug Qualität und Wachstum und erfüllen darüber hinaus seine Nachhaltigkeitskriterien.

Völlig auf deutsche Bluechips verzichtet Felix Gode beim Alpha Star Aktien. Er setzt beispielsweise auf den Medizintechniker Eckert & Ziegler oder den Softwaretitel EQS Group, deren frei handelbare Aktien insgesamt weniger als eine Milliarde Euro wert sind. Im Schnitt liegt der Börsenwert seiner Titel bei nur 300 Millionen Euro, während Siemens zum Beispiel auf rund 100 Milliarden Euro kommt. "Im deutschen Mittelstand liegen große Anteile der Aktien sehr häufig noch in der Hand der Gründer oder Gründerfamilien", sagt Gode. Das gefällt ihm. Denn die eigentümergeführte Denkweise sei nicht von kurzfristigen Anreizen getrieben, sondern nachhaltig ausgelegt. "Das reduziert nicht nur das Risiko, sondern ermöglicht Aktionären auch die Partizipation an einer langfristigen Wertschöpfung", betont Felix Gode, dessen Fonds in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat.

Go West. Dies gilt ebenso für Armin Zinser, der beim Prévoir Gestions Actions Aktien aus der Eurozone kauft. "Ich versuche, in erstklassige Qualitätstitel zu investieren, die auch noch in zehn Jahren interessant sind", sagt er. Im Frühjahr 2020 blieb er voll investiert, schwenkte aber vom klassischen Maschinenbau auf die Gewinner der Digitalisierung um. Zu seinen größten Titeln zählen derzeit etwa der niederländische Halbleiterwert ASML oder der deutsche Softwaretitel Bechtle. An Modelle, mit denen man Aktien exakt bewerten könne, glaubt er nicht. "Es sind die Menschen, die die Zahlen machen, und nicht die Zahlen die Menschen", sagt er.



Ähnlich aufgestellt ist der Berenberg Eurozone Focus, den Matthias Born seit der Auflegung im Oktober 2017 managt. Born investierte zuvor aber schon viele Jahre bei Allianz Global Investors in stark wachsende Qualitätsaktien. Die Eurozone verteidigt er gegen Kritiker. Auch dort gebe es große Technologiewerte von Weltrang. "Zudem finden wir in der Eurozone zuhauf dynamisch wachsende Hidden Champions", sagt Born.

Go East. Mutige Anleger können sich auch in Osteuropa und Russland umsehen. Sebastian Kahlfeld baut beim DWS Russia auf dividendenstarke Unternehmen wie Sberbank oder die Internetsuchmaschine Yandex. "Dagegen setzen wir weniger auf exotische kleine und mittlere Unternehmen, da die Transparenz im russischen Markt weiterhin niedrig ist", erklärt Kahlfeld.