Vier Wochen vor der Wahl konnten oder wollten die Kandidaten nicht zeigen, wie sie die USA aus der Krise führen möchten. Vielmehr droht am 3. November ein chaotischer Urnengang. Als Trump kurz darauf auch noch einräumte, sich mit dem Covid-19-­Virus infiziert zu haben, machte sich endgültig Stress breit an den US-Börsen.

Die Wall Street erlebte bereits im September einen ersten Vorgeschmack auf einen möglicherweise heißen Herbst: Gegenüber dem noch Anfang des Monats erreichten Allzeithoch gab der S & P 500 um bis zu rund ein Zehntel nach. Nach Monaten im Aufwärtstrend drückten nicht nur Gewinnmitnahmen auf die Kurse. Vielmehr sorgten vielerorts steigende Corona-­Neuinfektionen, durchwachsene Konjunkturindikatoren und nicht zuletzt der politische Zank für zunehmende Hektik.

Wie es um das kollektive Nervenkostüm der Wall Street bestellt ist, zeigt der VIX. Dieser Index gibt die in Optionen auf den S & P 500 eingepreiste Volatilität wieder. Wegen des direkten Zusammenhangs zwischen den erwarteten Kursausschlägen und der allgemeinen Börsenhektik wird der VIX, so wie hierzulande der VDAX, auch als "Angstbarometer" bezeichnet. Typischerweise schlug er heftig nach oben aus, als im März der Corona-Ausverkauf seinen Lauf nahm.

Passive Strategie für aktive Anleger


Zu dieser Zeit legte auch der Lyxor S & P 500 VIX Futures Enhanced Roll ETF kräftig zu (siehe Chart). Vergleichbar mit Anlageprodukten auf Rohstoffe greift dieser börsengehandelte Indexfonds auf den Terminmarkt zurück. Auf diese Weise macht er eine diversifizierte Positionierung in der implizierten Volatilität möglich. Konkret fließen sowohl kurz- als auch mittelfristige Futures in die Berechnung mit ein. Die Zusammensetzung des Referenzindex wird täglich überprüft und, falls erforderlich, angepasst - zum Teil erfolgt ein laufender Austausch von VIX-Kontrakten.

Laut Thomas Meyer zu Drewer, Leiter öffentlicher Vertrieb in Deutschland und Österreich bei Lyxor, verzeichnet der passive Fonds oft Mittelzuflüsse, sobald die Hektik an den Märkten zunimmt: "Dann setzen ihn vor allem institutionelle Investoren als taktisches Werkzeug ein." Gerade mit Blick auf die kommenden Monate hat der ETF auch für Privatanleger als Depotbeimischung seinen Reiz. Allerdings sollten sie die Komplexität der Strategie beachten und auch die Wall Street im Auge behalten. Schließlich zählt es zu den Wesenszügen der Volatilität, dass sie selbst heftigen Schwankungen unterliegt. Sollte sich am US-Aktienmarkt anstatt schwerer Herbststürme eitel Sonnenschein breitmachen, droht der ETF in der Versenkung zu verschwinden - doch das erste TV-Duell spricht eher nicht für ein solches Szenario.