Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Sitzung weiter hervorgeht, forderten mehrere Währungshüter Flexibilität als Richtschnur für die Geldpolitik in einem von Unsicherheit und erhöhter Inflation geprägten Umfeld.

Die Federal Reserve hatte sich auf der Sitzung am 2. und 3. November letztlich darauf geeinigt, ihre Wertpapier-Zukäufe zunächst ab Mitte November um monatlich 15 Milliarden Dollar zu drosseln. Das gesamte Ankaufvolumen von zuletzt 120 Milliarden Dollar monatlich könnte somit im Zuge dieses sogenannten Taperings bis Mitte nächsten Jahres abgeschmolzen sein. Dies gilt als Voraussetzung für eine Zinserhöhung. Doch behielt sich die Notenbank ausdrücklich vor, das Tempo bei Bedarf zu erhöhen oder auch zu senken.

Der scheidende Fed-Vize Richard Clarida hat signalisiert, dass ein beschleunigtes Tapering angesichts der erhöhten Inflationsgefahren auf der Zinssitzung im Dezember zur Sprache kommen könnte. Fed-Direktor Christopher Waller wurde noch konkreter und forderte eine Verdoppelung des Abbau-Tempos. Dann könnte die Fed ihre Anleihenkäufe bereits im April abgeschmolzen haben. Dies würde den Weg für eine Zinserhöhung im zweiten Quartal freimachen. Die Fed hält den Leitzins derzeit in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent.

Auch die Fed-Chefin des Bezirks San Francisco, Mary Daly, zeigte sich offen für die Idee eines beschleunigten Taperings - insbesondere auch vor dem Hintergrund der Inflationsgefahren: Die Teuerungsrate in den USA ist zuletzt im Zuge von explodierenden Energiekosten und pandemiebedingten Lieferengpässen mit 6,2 Prozent so hoch gewesen wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Zugleich erholt sich der Jobmarkt spürbar von der Corona-Krise.

rtr