Die US-Wirtschaft steht gut da – doch hinter den Rekordwerten lauert eine stille Gefahr. Die Verbraucherstimmung ist auf einem historischen Tiefstand.
Trotz zahlreicher Unkenrufe der Kritiker von US-Präsident Donald Trump zeigt sich die US-Wirtschaft nach wie vor erstaunlich widerstandsfähig. Die Aktienmärkte boomen, angetrieben von der anhaltenden KI-Euphorie, und sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch die Konsumausgaben befinden sich auf Rekordhöhen.
Trotz robuster US-Wirtschaft: Verbraucherstimmung auf Rekordtief
Doch die steigenden Energiepreise, die Trump mit dem Angriff auf den Iran herbeigeführt hat, könnten dem ein Ende bereiten. Denn sie befeuern die Inflation, während das Lohnwachstum gleichzeitig abflacht. Das Ergebnis: Das Leben in den USA wird spürbar teurer. Besonders das Tanken trifft die Bevölkerung der Autonation hart – die Benzinpreise lagen im Mai rund 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Analysten verzeichnen einen deutlichen Rückgang des Realeinkommens privater Haushalte.
Und das könnte weitreichende gesamtwirtschaftliche Folgen haben. Denn der private Konsum ist mit einem Anteil von rund 70 Prozent am BIP der mit Abstand größte Wachstumsmotor der amerikanischen Wirtschaft. Gerät er ins Stocken, gerät das gesamte System ins Wanken.
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Besorgniserregend in diesem Zusammenhang ist auch die Stimmung der Haushalte: Der Index der University of Michigan für Verbraucherstimmung fiel im Mai auf 44,8 Punkte – den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung und damit sogar unter das bisherige Rekordtief vom Juni 2022.
Wenn die Haushalte das Gefühl haben, dass das Leben teurer wird und sich daran so schnell nichts ändert, geben sie weniger aus. Damit droht der US-Wirtschaft ein langsames, aber massives Abrutschen.
Aktienmarkt im Rausch – doch es gibt Warnsignale
Diese Entwicklung könnte sich auch auf den US-Aktienmarkt auswirken. Die Bank of America warnt bereits vor einem Bärenmarkt: Savita Subramanian, Leiterin US-Aktien bei der Bank of America, empfiehlt Anlegern, Gewinne mitzunehmen. Rund 70 Prozent der internen Signale, die typischerweise Marktspitzen vorausgehen, seien bereits ausgelöst worden.
Der S&P 500 sei „bei 17 von 20 Kennzahlen statistisch teuer" und werde „bei acht Kennzahlen höher bewertet als während der Technologieblase", so Subramanian gegenüber Bloomberg News. Zu den ausgewerteten Indikatoren zählen Verbrauchervertrauen, Wachstumserwartungen, Kennzahlen für Fusionen und Übernahmen sowie Kreditstress. Auch verschärfte Finanzierungsbedingungen senden demnach deutliche Warnsignale.
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Häufige Fragen
Was ist der Verbraucherstimmungsindex der University of Michigan?
Der monatlich erhobene Index der University of Michigan gilt als einer der verlässlichsten Frühindikatoren für das künftige Konsumverhalten der US-Bevölkerung. Er misst, wie optimistisch oder pessimistisch Haushalte ihre persönliche Finanzlage und die allgemeine Wirtschaftsentwicklung einschätzen. Im Mai 2026 fiel er auf 44,8 Punkte – den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung.
Was macht die Bank of America?
Die Bank of America ist das zweitgrößte Finanzinstitut der Vereinigten Staaten.Die US-Universalbank bedient ein globales Klientel – von Privatkunden bis hin zu Regierungen – mit einem breiten Spektrum an Bank-, Investment- und Vermögensdienstleistungen.
Was ist der S&P 500?
Der S&P 500 (Standard & Poor's 500) gilt als einer der einflussreichsten Aktienindizes der Welt. Er bündelt die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA und dient Investoren weltweit als Maßstab für die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft.
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