Der scharfe Sparkurs und die Erholung der Düngemittelpreise bringen den Salz- und Düngemittelhersteller K+S wieder auf die Beine. Zwar fielen Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr, allerdings weniger stark als befürchtet. "K+S hat 2014 ein ordentliches Ergebnis erwirtschaftet", zog Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag Bilanz. "Den größten Beitrag leisteten unsere teilweise sehr schmerzhaften Einsparungen."

Für 2015 zeigte sich Steiner zuversichtlich und stellte einen deutlichen Ergebnisanstieg in Aussicht. Die Aktionäre versöhnt der Kasseler Konzern mit einer Dividende von 90 Cent je Aktie. Für 2013 hatte K+S die Ausschüttung wegen des Einbruchs am Kalimarkt und Investitionen in eine neue Mine auf 25 Cent je Aktie gekürzt. An der Börse sorgte K+S für Begeisterung: Die Anteilsscheine kletterten um acht Prozent auf ein Jahreshoch von 32,07 Euro und waren mit Abstand größter Gewinn im Dax.

Eine konkrete Ergebnisprognose gab der Vorstand für das laufende Jahr noch nicht. "Wir glauben, dass es mehr als zehn Prozent sein können", sagte Steiner aber mit Blick auf den erwarteten Ergebnisanstieg. Dabei kommt K+S auch die starke Auswertung des Dollar zu Gute: Ein um zehn Cent stärkerer Dollar bedeutet für das Ergebnis ein Plus von 50 Millionen Euro. Der Umsatz soll dieses Jahr moderat über dem Vorjahresniveau liegen. K+S setzt dabei auf höhere Preise bei Salz sowie Kali- und Magnesiumprodukten.[ID:nL5N0WE1EY}

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ERHOLUNG AM KALI-MARKT

Einen "beachtlichen Beitrag" erwartet Steiner auch vom im vorvergangenen Jahr aufgelegten Sparprogramm. Bis 2016 soll es dem Konzern zu Einsparungen von 500 Millionen Euro verhelfen. In diesem Jahr sollen sich diese wie im Vorjahr auf 120 Millionen Euro belaufen. K+S hat unter anderem Kosten für Material und die Instandhaltung seiner Bergwerke gesenkt. Zu einem möglichen Jobabbau sagte Steiner: "Maßnahmen, die wir dort ergreifen, sollen möglichst sanft sein." Frei werdende Stellen würden nicht nachbesetzt. Seit Mitte 2013 habe K+S 350 Stellen gestrichen. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 14.000 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr fiel der Betriebsgewinn von K+S um gut zwei Prozent auf 641 Millionen Euro. Damit lag das Unternehmen am oberen Ende der erst im November erhöhten Ergebnisprognose. Der Aufschwung am Kalimarkt und ein starkes Salzgeschäft gaben K+S vor allem im Schlussquartal Schub. Zwischen Oktober und Dezember schnellte der Betriebsgewinn um mehr als 30 Prozent auf 130 Millionen Euro hoch. Der Umsatz lag im Gesamtjahr bei 3,82 (2013: 3,95) Milliarden Euro - am oberen Ende der Prognosen von Branchenexperten.

Die Preise für Kali-Düngemittel, mit denen K+S den Löwenanteil seines Gewinns erzielt, sind nach dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC im Sommer 2013 stark gefallen. Da K+S höhere Produktionskosten als einige Konkurrenten hat, fürchteten Investoren, der Konzern werde ganz vom Markt gedrängt. Allerdings zogen die Preise schneller wieder an als erwartet. Das spiegelte sich bereits in der Ende Januar veröffentlichten Bilanz des kanadischen Düngemittelriesen Potash wider, dessen Ergebnis im vierten Quartal um 77 Prozent auf 407 Millionen Dollar geklettert war.

Reuters