Dieser Traditionskonzern erntet die Früchte der Neuaufstellung. Die Aktie handelt noch mit hohem Bewertungsabschlag zu Wettbewerbern. Hier könnte sich für Anleger eine Einstiegschance ergeben.
Das Unternehmen KSB gehört mitten in die deutsche Industriegeschichte. Vor mehr als 150 Jahren entwickelte Johannes Klein eine Maschine, die den Dampf von Dampfmaschinen auffing und ihn als Wasser zurück in den Kessel fließen ließ. Mittlerweile setzt der Konzern mit seinen Pumpen und Armaturen mehr als drei Milliarden Euro um. Die Zentrale ist unverändert in Frankenthal, KSB ist aber rund um den Globus vertreten, hat mehr als 16.000 Mitarbeiter.
Im Prinzip finden die Produkte immer dann ihren Einsatz, wenn Flüssigkeiten bewegt, behindert oder gespeichert werden. Die Kunden kommen aus nahezu allen Bereichen der Industrie, aber auch der öffentlichen Hand. Seien es Wasserwerke, Chemieindustrie, Kraftwerksbetreiber oder der Bergbau. Sie alle benötigen Pumpen und Armaturen. Damit bedient der Konzern einige Megatrends, was sich zuletzt günstig auf Umsatz, Gewinn und Aktienkurs ausgewirkt hat. Die marktbreite Vorzugsaktie hatte Anfang Februar ein Allzeithoch erreicht, notiert nun aber etwas niedriger.
Noch viel zu billig
Lange Zeit lief bei KSB an der Börse wenig. Zwischen 2011 und 2022 tendierte der Aktienkurs seitwärts. Das Unternehmen hatte Managementprobleme. Die Investoren hatten den Wert abgeschrieben. Zunächst kaum bemerkt, gab es einen Trendwechsel. Das Unternehmen besann sich auf seine Stärken und setzte sich höhere Margenziele. Die wurden oft übererfüllt. Das Management verstärkte die IR-Arbeit, die Aktie ist nun auch im SDAX vertreten. Die Folge waren ordentliche Kursgewinne. Der Wert scheint hier bei Weitem noch nicht ausgereizt. Es fehlen etwa zwölf Jahre stetige Performance. Seit dem Jahr 2011 läuft der Kurs dem DAX noch ein gutes Stück hinterher.
Diese Lücke könnte sich künftig schließen. Zudem liegt die Profitabilität bei Armaturen immer noch unter den Erwartungen. Hier gibt es ein hohes Ertragspotenzial. Und auch im Servicegeschäft hat KSB noch lange nicht die komplette installierte Basis adressiert. Immerhin arbeiten im Moment KSB-Pumpen im Gegenwert von 30 Milliarden Euro weltweit. Hier winken Dienstleistungserlöse, die in der Regel höhere Margen haben. Zudem werden weltweit die Ausgaben für Infrastruktur erhöht. Der Konzern ist etwa stark in Indien positioniert. Das Land will in die Weltliga aufsteigen. Dafür braucht es bessere Infrastruktur, und damit auch vermehrt Pumpen von KSB.
Das alles scheint in der Bewertung noch nicht beinhaltet. Im Gegenteil: Die Aktie wird noch mit stattlichen Abschlägen zu den Mitbewerbern gehandelt. Eine Auswertung von Dr. Kalliwoda Research kommt beim Vergleich der einzelnen Kennzahlen mit Wettbewerbern jeweils auf einen Abschlag von mindestens 50 Prozent. Das heißt: Die Aktie könnte sich im Idealfall noch einmal verdoppeln.
Fazit
Die Dauerempfehlung der Redaktion ist nicht ausgereizt. Es gibt gute Wachstums- chancen und einen hohen Abschlag der Bewertung im Branchenvergleich.
Übrigens: Dieser Text erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Weitere fundierte Einschätzungen dieser Art gibt es im neuen Heft. Hier die digitale Version sichern.