Der Nahrungsmittelsektor steckt im Umbruch. Das Ziel: Die Rendite muss steigen. Diese beiden Derivate bieten Anlegern gute Renditechancen.

Die Aktien von Nahrungsmittelherstellern wie Pepsico und Unilever standen zum Jahreswechsel bei zahlreichen Investoren auf dem Einkaufszettel und starteten entsprechend stark ins neue Jahr. Der schwache Gesamtmarkt drückte in den zurückliegenden Wochen allerdings auch diese Titel. Katalysator ist nicht nur die schlechte Stimmung an den Finanzmärkten, vielmehr schürt der explodierende Ölpreis neue Inflationsängste. In der (Nach-)Corona-Zeit konnten Nahrungsmittelkonzerne die gestiegenen Kosten größtenteils an die Kunden weitergeben. Dies wurde zuletzt jedoch immer schwieriger. Um die Konzerne zurück auf Wachstumskurs zu bringen, setzten Pepsico und Unilever jeweils auf umfangreiche Restrukturierungen. Die entsprechenden Kursrücksetzer seit dem Februar-Hoch bergen somit eine attraktive Einstiegs­chance — auch mit Hebelprodukten wie (Discount-)Call-Optionsscheine.

PepsiCo Chart + Infobox
Die Aktie von Pepsico hat sich bei 150 Dollar stabilisiert und deutet nun eine Erholung an. Zielkurs 170 Dollar.

Pepsi – ohne Abfüller

Der aktivistische Investor Elliott macht beim Getränkehersteller Pepsico gehörig Druck. Das US-Geschäft schwächelte im zurückliegenden Jahr und der Gewinn ging trotz des Umsatzanstiegs deutlich zurück. Für das laufende Jahr rechnet das Management rund um Konzernchef ­Ramon Laguarta mit einem Umsatzplus und einer Verbesserung des Ergebnisses pro Aktie im mittleren einstelligen Bereich. Zu wenig für den Finanzinvestor.

So wurden bereits umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt, um die Kosten zu senken. Zudem steht das US-Portfolio auf dem Prüfstand. Rund 20 Prozent des bestehenden Sortiments könnte gestrichen oder verkauft werden. Dies dürfte vor allem das Soda- und Snack-Geschäft betreffen. In der Vergangenheit kursierten immer wieder Spekulationen über eine Abspaltung der Snack-Sparte. Aktuell deutet sich jedoch ein Kurswechsel an. Neben einer Verkleinerung des Sortiments und einer entsprechenden Straffung in der Produktion setzt Pepsico bei Lays, Doritos und Cheetos aktuell auf Preissenkungen, um verlorengegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Analog zu Coca-Cola macht Elliott zudem Druck, das Abfüllgeschäft abzuspalten.

Nach Angaben von Bloomberg stuft die Mehrheit der Analysten die Aktie von Pepsico aktuell als kaufenswert ein. Dabei liegen die Kursziele zwischen 172 und 181 US-Dollar. Neben der soliden Bewertung, der jüngsten Dividendenerhöhung (das 54. Jahr in Folge mit einer Anhebung) dürfte den Experten zufolge das neu aufgelegte Aktienrückkaufprogramm von bis zu zehn Milliarden Dollar den Anteilscheinen mittelfristig Auftrieb geben.

Der Discount-Call-Optionsschein hat einen Basispreis bei 150 Dollar und damit unter dem aktuellen Aktienkurs. Das festgelegte Cap-Level liegt bei 160 Dollar. Notiert die Pepsico-Aktie am Laufzeitende Mitte Juni auf Höhe des Caps oder darüber, erhalten Anleger umgerechnet einen Dollar ausbezahlt. Bei einem Wechselkurs von 1,15 Dollar pro Euro entspricht dies ­einer erzielbaren Rendite von 70,5 Prozent. Notiert die Aktie tiefer, fällt die Rückzahlung kleiner aus. Unterhalb von 150 Dollar wird das Papier wertlos. Um Verluste zu begrenzen, sollte daher ein Stoppkurs gesetzt werden.

Unilever Chart + Infobox
Die Aktie von Unilever findet zwischen 50 und 52 Euro eine Unterstützungszone. Auf der Oberseite ist Luft bis 62 Euro.

Unilever – ohne Eis mehr Wachstum

Bei dem britischen Unilever-Konzern ist der Umbau bereits in vollem Gange. Anfang Dezember wurde die Eissparte abgespalten und an die Börse gebracht. Aktuell hält Unilever zwar noch knapp 20 Prozent an The Magnum Ice Cream Company, bis Ende 2030 soll dieser Anteil jedoch vollständig verkauft werden. Künftig will sich der Konzern auf die Bereiche Beauty, Personal Care, Home Care und Nutrition fokussieren. In allen vier Bereichen mussten die Briten im vergangenen Jahr Umsatz­einbußen hinnehmen. Aufgrund der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konnte dennoch ein leichtes Gewinnplus verbucht werden.

In den vergangenen 18 Monaten gab es jedoch ein großes Stühlerücken im Konzern. Acht von zehn Vorstandsmitgliedern und neun von elf Führungskräften wurden ausgetauscht. Konzernvorstand Fernando Fernandez soll Unilever nun wieder auf Wachstumskurs bringen. Im Rahmen des sogenannten Growth Action Plan 2030 richtet sich der Fokus auf 30 Power Brands wie Dove, Knorr und Rexona. Mit ihnen generiert Unilever bereits 78 Prozent des Gesamtumsatzes. Künftig sollen sie noch wichtiger werden. Sie sollen in den Schlüsselmärkten und Wachstumsregionen wie Indien und den USA durch bessere Platzierungen, Promotion, Preisgestaltung und Verpackung den Konzern wieder auf Wachstumskurs bringen. Gleichzeitig läuft das Kostensenkungsprogramm im Umfang von 800 Millionen Euro weiter. Mit einer Dividendenrendite von vier Prozent und einem KGV von 16,3 ist die Aktie moderat bewertet. Zudem stützt das neu aufgelegte Aktienrückkaufprogramm.

Mit dem ausgewählten Call-Optionsschein können risikofreudige Anleger von einer nachhaltigen Erholung gehebelt profitieren. Eine Erholung bis zum jüngsten Hoch von 62 Euro bis Ende August würde rund 200 Prozent Gewinn bedeuten. Dennoch sollten Anleger auch bei diesem Produkt einen Stop Loss setzen, um mögliche Verluste zu begrenzen.

Fazit

Pepsico und Unilever stecken derzeit im Umbruch. Kostensenkungsmaßnahmen und eine schlankere Produktpalette sind das Ziel. Den jüngsten Rücksetzer können Anleger nun clever mit Hebelprodukten ausnützen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BÖRSE ONLINE-Heftausgabe. Weitere spannende Analysen gibt es hier.

Weiterführende Links