Fondsmanagerin Natalie Falkman investiert in Unternehmen, die die großen Chancen der Kreislaufwirtschaft erkennen
Es sind alarmierende Zahlen: Dem Global Resources Outlook der Vereinten Nationen zufolge verbraucht die Weltwirtschaft jährlich 100 Milliarden Tonnen Rohstoffe. Im selben Zeitraum landen mehr als 60 Milliarden Tonnen auf Deponien, werden verbrannt, versickern oder entweichen als Treibhausgase in die Atmosphäre. Weitere 33 Milliarden Tonnen Rohstoffe gehen in langlebige Güter wie Gebäude, Straßen, Fahrzeuge oder Maschinen ein. Doch auch diese erreichen irgendwann das Ende ihres Lebenszyklus und werden zu Schutt oder Schrott.
Effizienz sieht anders aus. Bislang werden lediglich rund sieben Milliarden Tonnen wieder in die Produktion zurückgeführt. Die massive Verschwendung belastet die Umwelt, schadet der Biodiversität und erzeugt erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Die niederländische Organisation Circle Economy beziffert die so entstehenden und vermeidbaren Wertverluste auf jährlich 25,4 Billionen Euro. Zum Vergleich: Der Gesamtwert aller in der EU produzierten Waren und Dienstleistungen beläuft sich auf rund 18 Billionen Euro jährlich.
Mit diesem Fonds von der Kreislaufwirtschaft profitieren
Wachsende Bevölkerungszahlen, zunehmender Wohlstand und steigende Konsumwünsche drohen das Problem der Verknappung zu verschärfen. „Um Schritt zu halten, beuten wir den Planeten noch stärker aus und entziehen ihm kostbare Ressourcen weit über das Maß hinaus, das die Erde auf natürliche Weise regenerieren kann“, analysiert Natalie Falkman, Fondsmanagerin des Robeco Circular Economy.
Um die massive Verschwendung zu stoppen, reiche es ihrer Meinung nach längst nicht mehr aus zu recyceln. Vielmehr müsse ein grundlegender Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft erfolgen“, fordert Falkman. Kreislaufwirtschaft bedeutet: Produkte, Materialien und Rohstoffe werden intelligent und sparsam eingesetzt, lange genutzt, im Bedarfsfall repariert und wiederverwendet.
Falkman investiert in Unternehmen, die die Notwendigkeit der Kreislaufwirtschaft erkannt haben beziehungsweise die das dazu notwendige Equipment produzieren. Das US-Unternehmen Keysight Technologies bietet Messtechniken an, die Energieverluste bei elektronischen Bauteilen minimieren. Kurita Water Industries aus Japan wiederum sorgt dafür, dass Unternehmen Wasser sauber, effizient und nachhaltig nutzen, wiederverwenden und aufbereiten können.
Fazit
Künstliche Intelligenz könne entscheidend dazu beitragen, Kreislaufwirtschaft auf den Weg zu bringen, ist Falkman überzeugt. KI helfe beispielsweise Emissionen und Abfall zu reduzieren und Lieferketten zu optimieren. Im Portfolio des Robeco Circular Economy finden sich daher auch Techriesen wie Nvidia, Taiwan Semiconductor oder SK Hynx. Innerhalb eines Jahres legte der über 700 Millionen Euro schwere Robco Circular Economy 36 Prozent zu. In den zurückliegenden drei Jahren erzielte der 78 Prozent.