In Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine haben viele Länder Sanktionen gegen Russland erhoben. So haben etwa die EU und westliche Verbündete als Reaktion auf die Offensive in der Ukraine russische Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen. Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (kurz: Swift) ist essenziell für die Kommunikation der internationalen Finanzwelt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag berichtete, soll der Druck nun weiter erhöht werden: Im Rahmen der verhängten Sanktionen sollen daher Schlupflöcher geschlossen werden, etwa bei Kryptowährungen. So erklärte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwochabend, dass die Cyber-Devisen zu den Sanktionen hinzugefügt werden sollen. Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) kommentierte: "Wir sollten zudem Maßnahmen ergreifen, um zu unterbinden, dass gelistete Personen und Institutionen auf unregulierte Kryptowerte ausweichen können." Die beschlossenen Sanktionen wirkten bereits, so Lindner. Der Rubel sei deutlich unter Druck - lesen Sie hierzu den Artikel.

Das macht Bitcoin und Co


Die bekannte Kryptowährung Bitcoin notierte über die vergangenen 24 Stunden knapp 1,8 Prozent im Minus. Ethereum, also die zweitgrößte Cyber-Devise, fiel im selben Zeitraum knapp vier Prozent. Im Zuge der Eskalation in der Urkaine stürzte der Bitcoin jüngst unter die Marke von 35.000 US-Dollar. Der Kurs erholte sich in den vergangenen Tagen wieder und liegt mittlerweile über 43.000 Dollar.

Einige Anleger sehen in den Digitalwährungen eine Schutzfunktion. So wird oftmals der Bitcoin mit Gold verglichen. Timo Emden von Emden Research hatte das vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs folgendermaßen kommentiert: "Einmal mehr beweisen Kryptoassets, dass das Narrativ des vermeintlich sicheren Hafens ein Mythos ist". Denn die Cyber-Devisen sind von einer hohen Volatilität geprägt und nach wie vor eine riskante Anlageklasse.

Einschätzung zu Bitcoin


Neben der geopolitischen Spannung schwebt auch der Regulierungs-Hammer über den Cyber-Devisen. Die Abstimmung im Europäischen Parlament zur Bitcoin-Regulierung ist aber zunächst einmal abgesagt. Gegenüber der Wirtschaftszeitschrift Wirtschaftswoche erklärte Ausschuss-Berichterstatter Stefan Berger (CDU), dass die für kommenden Montag angesetzte Abstimmung im Europäischen Parlament abgesagt wird. Die Pläne sollen nicht "als de-facto-Bitcoin-Verbot missinterpretiert werden", so Berger. Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, dass Krypto-Dienstleistungen, die nicht auf nachhaltigen Konsensmechanismen beruhen, verboten werden sollen. Dazu gehört auch der Bitcoin. Wir sind vor dem Hintergrund der Unsicherheiten vorsichtig und empfehlen, den Bitcoin weiterhin zu beobachten.

lb/rtr