Nun steht es fest: Das neue Altersvorsorgedepot geht bald an den Start. Für wen sich das lohnt, welche Zuschüsse es gibt und was die Steuer macht

In die deutsche Sparerschaft kommt Bewegung. Nachdem lange Skepsis gegenüber Geldanlagen am Kapitalmarkt vorherrschte, steigt die Zahl der Wertpapierbesitzer deutlich: im vergangenen Jahr auf mehr als 14 Millionen. Vor allem jüngere Menschen legen die Scheu vor der Börse ab. Rund 1,2 Millionen Anleger unter 40 Jahren starteten 2025 neu mit Investments in Aktien und Fonds – angelockt durch günstige Angebote von vielen Onlinebrokern. Selbst Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken versuchen inzwischen mit eigenen Apps, die junge Klientel besser anzusprechen. Starken Schub verspricht zudem die jüngst vom Bundestag beschlossene Reform der privaten Altersvorsorge: Staatlich bezuschusste Altersvorsorgedepots sollen ab 2027 starten. Der Bundesrat muss das Gesetz im Mai noch absegnen. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Es handelt sich um ein staatlich gefördertes Anlageprodukt der privaten Altersvorsorge. Darin können Wertpapiere wie ETFs per Sparplan oder Einzelzahlungen erworben werden, anders als bei den bisherigen Riester-Renten jedoch nicht zwingend mit Beitragsgarantien zum Start der Auszahlungsphase. Die Effektivkosten sind auf maximal 1,00 Prozent pro Jahr begrenzt. Die Bundesregierung wird vom Gesetz ausdrücklich ermächtigt, eine öffentliche Standardversion des Depots anzubieten. Dies könnte über KENFO geschehen, den staatlichen Fonds zur Finanzierung der Kosten für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle, der die milliardenschweren Rücklagen großer Energiekonzerne bereits sehr erfolgreich am Kapitalmarkt investiert und verwaltet. Aber auch private Unternehmen dürfen solche AV-Depots anbieten. Neben dem Standardprodukt können weniger risikoaffine Anleger aber auch Varianten wählen, in denen zum Auszahlungsbeginn 100 oder 80 Prozent der eingezahlten Summe zur Verfügung stehen.

Wie bezuschusst der Staat?

Für Einzahlungen in das neue Altersvorsorge-Depot gilt: Bis zu 360 Euro im Jahr stockt der Staat hälftig auf. Für jeden angelegten Euro bekommen Sparer 50 Cent vom Fiskus dazu. Für Summen zwischen 360 und 1.800 Euro im Jahr legt der Staat ein Viertel drauf. Für jeden Euro kommen also 25 Cent hinzu. So kommen Anleger auf maximal 540 Euro Zuschuss. Zudem wird es eine Kinderzulage geben. Ab einer Sparrate von 25 Euro monatlich zahlt der Staat 300 Euro pro Kind und Jahr dazu. Wichtig zu wissen: Diese Mindestsparrate müssen Anleger nicht zusätzlich einzahlen, um die Kinderzulage zu erhalten. Sie bekommen sie auf dieselbe Einzahlung, auf der die öffentliche Grundzulage berechnet wird.

Wie funktioniert die Auszahlungsphase?

Zu Beginn der Auszahlungsphase haben Anleger die Wahl zwischen einer lebenslangen Leibrente und einem befristeten Auszahlplan, der mindestens bis zu ihrem vollendeten 85. Lebensjahr laufen muss. Ein Anbieterwechsel ist auch zu Beginn der Auszahlphase möglich.

Wer förderberechtigt ist, ob man bestehende Riesterverträge übertragen kann, wie das Altersvorsorgedepot besteuert wird und viele weitere Fragen beantwortet die Redaktion von €uro am Sonntag in der aktuellen Ausgabe.

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