Fondsmanager Dr.Hendrik Leber setzt auf Value und Defensives, während er bei Nvidia, Hyperscalern und dem breiten KI-Markt eine scharfe Korrektur erwartet.
Dr. Hendrik Leber sieht in der Wissenschaft den eigentlichen Treiber für die Lösung globaler Probleme. Ob CO2-Abscheidung mit metalloorganischen Hybridmaterialien, Fortschritte bei der Proteinfaltung oder der Einsatz von KI in der Medizin: Die technischen Möglichkeiten seien enorm. Entscheidend sei jedoch, dass Forschung frei wirken könne. Politische Detailsteuerung und Subventionen hält Leber dagegen oft für ineffizient. Sinnvoller seien marktwirtschaftliche Mechanismen wie der CO2-Handel, damit Innovationen auch industriell skaliert werden.
Am Markt warnt Leber zugleich vor einer Überhitzung im KI-Sektor. Zwar sei Nvidia dank technologischer Führung und des CUDA-Ökosystems weiterhin ein zentraler Profiteur, doch die hohen Investitionen in Rechenzentren stünden vielerorts in keinem gesunden Verhältnis zu den erzielbaren Umsätzen. Verschobene Börsengänge, Überkapazitäten bei Hyperscalern und typische Schweinezyklen bei Speicherchips deuteten auf eine bevorstehende Bereinigung hin. Die aktuelle Euphorie erinnere an frühere Spekulationsblasen.
Für Anleger zieht Leber daraus klare Konsequenzen: weg von spekulativen KI-Wetten, hin zu defensiven Value-Titeln mit stabilen Cashflows, etwa aus dem Konsumgüterbereich. Für Deutschland sieht er trotz erster Reformansätze weiterhin strukturelle Defizite beim Skalieren von Innovationen. Besonders die Autoindustrie müsse sich technologisch erneuern und internationaler werden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Das vollständige Interview finden Sie auf dem Youtube-Kanal Smartes Geld.