Seit Jahresbeginn können Ruheständler neben der gesetzlichen Rente bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen. Diese Erfahrungswerte gibt es nach den ersten sechs Monaten.

(Noch) geringe Zahl an Aktivrentnern


Bis zu 200.000 Beschäftigte im Rentenalter könnten die Neuregelung ab diesem Jahr in Anspruch nehmen. Schätzungen von Wirtschaftsexperten gehen jedoch von einem überschaubaren Personenkreis aus. Beobachter rechnen damit, dass real nur etwa 25.000 Menschen pro Jahr das Angebot in Anspruch nehmen.


Gewünschte Vereinfachung


Die derzeitigen Regelungen der Aktiv­rente sind vielen älteren Arbeitnehmern noch zu komplex, weshalb neue Informationskampagnen gefordert werden. Zudem gibt es bislang nur sehr wenige ex­plizit auf Rentner zugeschnittene Stellenangebote. 

Bisher wurden bundesweit lediglich rund 3.000 Aktivrentner-Jobs von Unternehmen ausgeschrieben. Nach aktuellen Erhebungen des Ifo-Instituts behalten 92 Prozent der arbeitenden Rentner einfach ihre ­ursprüngliche Tätigkeit im Unternehmen bei. Es werden kaum zusätz­liche separate Stellen für die Aktivrente am freien ­Arbeitsmarkt inseriert.


Komplizierte Lohnbuchhaltung

Auch für Arbeitgeber bringt die Trennung zwischen steuerfreiem Aktivrentenverdienst und beitragspflichtigem Entgelt zusätzliche Komplexität. Das gilt sowohl für die Arbeitsvertragsgestaltung als auch für die Lohnbuchhaltung. Viele Firmen zögern deshalb, gezielt externe Senioren als Fachkräfte neu einzustellen.

Erfolgskontrolle für Neuregelung bis Ende 2029


Eine Evaluierung der Aktivrente ist nach zwei Jahren Laufzeit vorgesehen und soll bis Ende des Jahres 2029 abgeschlossen sein. Diese Frist ist in den Gesetzesbegründungen verankert, um reale Auswirkungen der steuerlichen Entlastung verlässlich messen zu können.

Bei der amtlichen ­Erfolgskontrolle stehen die Steigerung der Erwerbsquote und die finanzielle Trag­fähigkeit im Fokus. Es wird zum einen ­geprüft, ob das Modell tatsächlich dazu geführt hat, dass signifikant mehr Menschen nach Vollendung ihres 67. Lebensjahrs im Berufsleben verbleiben

Zudem wird die finanzielle Belastung durch die Aktivrente überprüft: Da dem Fiskus durch die Steuerbefreiung jährliche Einnahmen von bis zu 890 Millionen Euro entgehen, sollen ­Ökonomen ermitteln, ob durch die zusätzliche Wirtschaftsleistung der Aktivrentner vergleichbar viel Steuern und Sozialab­gaben an an­derer Stelle wieder zurück in die Staatskasse fließen.


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