Im Juli gibt es eine wichtige Deadline und Änderungen bei der Steuer. Zudem können sich Millionen Menschen über mehr Geld auf dem Konto freuen. Und auch für Anleger sind Änderungen vorgesehen.
Bei den heißen Temperaturen werden viele Deutsche noch ihre Steuererklärung abgeben müssen - denn Ende Juli ist die Frist zu Ende. Allerdings könnte ihnen eine Neuerung in der App viel Zeit ersparen. Zudem gibt es nicht nur Änderungen bei der Rente und Grundsicherung, sondern auch bei Flugtickets, Online-Shopping und Depotanbietern. Ein Überblick.
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Steuererklärung per App: Ein Klick statt Stunden am Schreibtisch
Die Steuererklärung gehört für viele zum lästigsten Pflichtprogramm des Jahres – doch für eine erste große Gruppe könnte sich das grundlegend ändern. Ab dem 1. Juli steht in der App „MeinElster+" bundesweit eine vollständig vorausgefüllte Steuererklärung bereit, die sich mit einem einzigen Klick ans Finanzamt übermitteln lässt.
Rund 11,5 Millionen Menschen können das neue Verfahren in dieser ersten Runde nutzen: ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre. Das Finanzamt liefert dabei eine fertige Erklärung auf Basis bereits vorhandener Steuerdaten für das Jahr 2025 – inklusive Vorschau auf den zu erwartenden Steuerbescheid. Wer mit den vorausgefüllten Angaben einverstanden ist, schickt sie direkt ab. Wer noch etwas anpassen möchte, kann das natürlich ebenfalls tun.
Wichtig für alle anderen: Die Frist zur Abgabe der Steuererklärung für 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer steuerliche Beratung in Anspruch nimmt, hat bis zum 30. April 2027 Zeit.
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Rente: Das Plus kommt pünktlich
Über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner dürfen sich freuen: Ihre monatlichen Bezüge steigen ab Juli um 4,24 Prozent. Wer bislang 1.000 Euro monatlich erhielt, bekommt künftig rund 42,40 Euro mehr – die jährliche Anpassung der Rente an die allgemeine Lohnentwicklung schlägt damit spürbar durch.
Bürgergeld heißt jetzt Grundsicherung
Das Bürgergeld trägt ab Juli einen neuen Namen: Grundsicherungsgeld. An der Höhe der Leistung ändert sich nichts – wohl aber an den Bedingungen. Die Regelungen werden verschärft, Total-Sanktionen sind nun möglich. Zudem entfällt die bisherige Karenzzeit, während der Leistungsempfänger mehr Vermögen behalten durften. Künftig gilt: Wer Vermögen oberhalb der festgelegten Freibeträge besitzt, muss dieses zunächst für den eigenen Lebensunterhalt einsetzen, bevor Grundsicherungsgeld gewährt wird.
Ticketsteuer: Günstigere Flüge – vielleicht
Fliegen aus Deutschland wird ab Juli zumindest auf dem Papier günstiger. Der Bundestag hat im Mai eine Senkung der Ticketsteuer beschlossen. Je nach Streckenlänge sinkt die Abgabe um 2,50 bis 11,40 Euro pro Flug:
- Kurzstrecke: von 15,53 Euro auf 13,03 Euro
- Mittelstrecke: von 39,34 Euro auf 33,01 Euro
- Langstrecke: von 70,83 Euro auf 59,43 Euro
Ob die Ersparnis auch wirklich beim Passagier ankommt, ist allerdings offen. Angesichts stark gestiegener Kerosinpreise gilt es zumindest als zweifelhaft, ob die Airlines die Entlastung an ihre Kunden weitergeben.
Online-Shopping: Keine Zollfreiheit unter 150 Euro
Wer regelmäßig bei Anbietern außerhalb der EU einkauft – ob Kopfhörer, T-Shirts oder Modeschmuck –, sollte ab dem 1. Juli genauer nachrechnen. Für Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro wird nun eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie fällig, zusätzlich zur bereits bestehenden Einfuhrumsatzsteuer, wie die Verbraucherzentrale Berlin erklärt. Hinzu kommen bei vielen Paketdiensten noch Servicepauschalen für die Zollanmeldung.
Das kann das Preis-Leistungs-Verhältnis schnell kippen: Eine Handyhülle im Wert von sieben Euro könne am Ende knapp 20 Euro kosten, so das Rechenbeispiel der Verbraucherschützer. Wer innerhalb der EU bestellt, bleibt davon unberührt – mit Ausnahme von Kaffee, Alkohol, Tabakwaren und deren Ersatzprodukten.
"Payment for Order Flow"-Modell ab Juli verboten
Seit dem 1. Juli ist das sogenannte "Payment for Order Flow"-Modell verboten. Broker dürfen künftig keine Vergütung mehr von Handelsplätzen dafür erhalten, dass sie Anleger-Aufträge dorthin weiterleiten. Um weiterhin profitabel zu wirtschaften, setzen große Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital vermehrt auf eigene Handelsplätze und Market-Maker-Strukturen. Für Anleger bedeutet das: Der Handel bleibt zwar weitgehend günstig, jedoch muss möglicherweise auf Spreads geachtet werden.
Neue Pfändungstabelle 2026 tritt in Kraft
Zum 1. Juli ändert sich auch die Pfändungstabelle und es gibt neue Pfändungsfreigrenzen. Der unpfändbare Grundfreibetrag für eine alleinstehende Person ohne Unterhaltspflichten steigt auf 1.587,40 Euro pro Monat (vorher 1.555,00 Euro). Die angepassten Beträge gelten bis zum 30. Juni 2027.
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Häufige Fragen
Warum steigt die Rente im Juli, und wer profitiert davon?
Die Rentenanpassung orientiert sich an der allgemeinen Lohnentwicklung. Da die Löhne in Deutschland im vergangenen Jahr spürbar gestiegen sind, erhöhen sich ab Juli auch die Renten – um 4,24 Prozent. Alle mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren davon automatisch, ohne dass sie einen Antrag stellen müssen.
Besteht eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung?
Nicht für alle. Jedoch müssen unter anderem Selbstständige, Gewerbetreibende, oder Arbeitnehmer mit mehreren Arbeitgebern gleichzeitig oder bestimmten Nebeneinkünften über 410 Euro eine abgeben. Auch wer Lohnersatzleistungen erhalten hat, ist zur Abgabe verpflichtet. Wer nicht verpflichtet ist, kann die Steuererklärung freiwillig einreichen – was sich in den meisten Fällen lohnt, da häufig eine Rückerstattung winkt.
Was steckt hinter der „Ein-Klick-Steuererklärung"?
Die App „MeinElster+" greift auf Steuerdaten zurück, die dem Finanzamt ohnehin bereits vorliegen – etwa Lohndaten vom Arbeitgeber oder Rentenbezüge. Auf dieser Basis erstellt das Amt eine fertige Erklärung, die der Nutzer nur noch bestätigen muss. Für unkomplizierte Steuersituationen ist das dann sehr einfach. Wer jedoch Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen möchte, sollte die Vorausfüllung genau prüfen und gegebenenfalls ergänzen.
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