Dank der Übernahmeabsichten der Unicredit ist die Commerzbank-Aktie nach unten ganz gut abgesichert. Mit einer Aktienanleihe lässt sich so eine hohe Rendite erzielen – selbst wenn die Aktie fällt
Der italienische Bankenriese Unicredit will sich die Commerzbank einverleiben. Mitte März hat die Bank ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot abgegeben, das sich an alle Aktionäre der Commerzbank richtet. Ziel ist es, die Kontrolle schrittweise auszubauen und insbesondere die wichtige 30-Prozent-Schwelle im deutschen Übernahmerecht zu überschreiten.
Damit würde Unicredit einen entscheidenden Einfluss auf die Commerzbank erhalten, da ab dieser Schwelle ein Pflichtangebot für alle übrigen Aktien ausgelöst werden kann. Zudem stärkt ein Anteil über 30 Prozent die strategische Kontrolle, weil wichtige Unternehmensentscheidungen dann faktisch nicht mehr ohne Zustimmung des Großaktionärs getroffen werden können.
Kern des Angebots ist kein Barpreis, sondern ein Aktientausch: Aktionäre der Commerzbank sollen für jede Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien erhalten. Auf Basis der damaligen Börsenkurse entspricht das einem rechnerischen Wert von etwa 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Für viele Marktteilnehmer gilt diese Offerte allerdings als eher zu niedrig, da sie nur einen Aufschlag von rund vier Prozent auf den damaligen Kurs geboten hat. Zudem hatte die Commerzbank-Aktie im Vorfeld zeitweise bereits deutlich höher notiert, bis in den Bereich von rund 38 Euro.
Deshalb gilt es als unwahrscheinlich, dass Unicredit mit diesem Angebot bereits erfolgreich sein wird, wenn sie tatsächlich eine vollständige Übernahme anstrebt. Es wird vielmehr erwartet, dass sie ihr Angebot nachbessern müsste, falls sie den Deal wirklich durchziehen will. Gleichzeitig zeigt der angebotene Preis von rund 30,80 Euro auch eine Art Mindestschwelle, unter die der Kurs kaum länger fallen dürfte. Das macht diese Aktienanleihe interessant, die mit einem Zinskupon von 12,25 Prozent punkten kann.
Um welche Aktienanleihe es konkret geht lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von €uro am Sonntag.
Weitere Themen im Heft
Neuer Schutz für Europas Stahlbranche
Die EU zieht die Mauer hoch: Importe werden um fast die Hälfte beschränkt, die Abgaben dafür verdoppelt. Die Aktienkurse steigen (S. 6)
Amazon startet durch
Der Konzern greift Elon Musks Satellitensystem Starlink und Nvidias Chip-Vormacht an – Analysten jubeln, die Aktie gewinnt neue Power (S. 8)
Luxus lahmt gewaltig
Der Konflikt in Nahost verdirbt den Branchengrößen das Geschäft – Kerings Turnaround fällt erst mal aus (S. 10)
Gigant setzt auf Bitcoin
Die US-Investmentbank Morgan Stanley steigt ins Kryptogeschäft ein und hat einen Bitcoin-ETF lanciert. Das dürfte dem gesamten Kryptomarkt Rückenwind verleihen (S. 32)
Hier stimmt die Chemie
Entgegen der Branchenentwicklung hat die Aktie dieses Chemieriesen ein Jahreshoch erreicht. Mutige setzen gehebelt darauf, dass sich die Rally fortsetzt (S. 38)
Neu: Monatsabo €uro am Sonntag – 4 digitale Ausgaben zum Preis von einer
Mit €uro am Sonntag treffen Sie Anlageentscheidungen auf einer fundierten Basis: durch Analysen, Hintergründe und konkrete Investmentideen. Woche für Woche erhalten Sie die relevanten Entwicklungen aus Wirtschaft, Politik und Kapitalmarkt – verständlich aufbereitet und präzise eingeordnet. Darüber hinaus identifiziert €uro am Sonntag frühzeitig Chancen, stellt Trends, Themen und aussichtsreiche Aktien vor.
Testen Sie das Monatsabo jetzt: 4 Ausgaben zum Preis von einer. Sie zahlen 4,49 € und sparen 75 Prozent.