Der Präsident des FC Bayern München, Herbert Hainer, wünscht sich eine bessere Auslandsvermarktung der Bundesliga mit höheren Einnahmen. Außerdem sprach sich Hainer für eine Aufhebung der 50+1-Regel aus, auch um die Attraktivität der Bundesliga zu erhöhen.

In mehr als 200 Ländern weltweit verfolgten Fußballfans am Samstagabend das 2:3 im „Bundesliga-Klassiker“ zwischen Borussia Dortmund und Bayern München. Doch die Einnahmen aus der sogenannten Auslandsvermarktung der DFL könnten bedeutend größer sein, findet der Präsident des FC Bayern, Herbert Hainer. „In der Premier League verdient der Tabellenletzte mehr an den TV-Rechten als der Tabellenführer der Bundesliga“, sagte Hainer am Donnerstagabend im Münchener Club Wirtschaftspresse. Während die Premier League jährlich umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro aus TV-Rechten erlöse, davon 2,5 Milliarden aus der internationalen Vermarktung, habe die Bundesliga ihre internationalen TV-Rechte für gerade mal 175 Millionen Euro verkauft. Insgesamt nimmt die DFL in der laufenden Saison knapp 1,3 Milliarden Euro aus TV-Übertragungen der Bundesligaspiele ein. 

FC Bayern beansprucht keine Sonderrolle im TV-Topf

Würde diese Zahl deutlich steigen, helfe das der gesamten Bundesliga, sagte Hainer, der zugleich Aufsichtsratschef der ausgegliederten FC Bayern München AG ist. Der frühere Adidas-Chef machte auch klar, dass der FC Bayern bei steigenden TV-Einnahmen keine Sonderrolle bei der Verteilung beanspruchen werde. Angesichts der Bedeutung des FC Bayern für die Bundesliga sei die aktuelle Aufteilung zwar „eher nachteilig“ für seinen Verein. „Aber da sind wir dem nationalen Interesse verhaftet“, sagte Hainer. Daher habe sich der FC Bayern auch nie an Planungen für eine europäische Superliga beteiligt. Diese sei ohnehin seit Mitte Februar vom Tisch, stellte Hainer klar: Real Madrids Präsident Florentino Perez und UEFA-Chef Aleksander Čeferin hatten am 11. Februar eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, in der Perez auch ausdrücklich von allen angedrohten Rechtsstreitigkeiten mit der UEFA Abstand nimmt.

FC Bayern-Aktie wird nie börsennotiert sein

Wirtschaftlich sei der FC Bayern grundsolide aufgestellt, sagte Hainer: „Wir haben keinen Pfennig Schulden, sind unabhängig und können alles selbst entscheiden“, sagte Hainer. Der gesamte Grundbesitz gehöre dem FCB, „alles ist abbezahlt“. Die FC Bayern München AG, die die Profifußballabteilung betreibt, gehört zu 75 Prozent dem eingetragenen Verein, Audi, Adidas und die Allianz halten je 8,33 Prozent. Auf die FRage, ob die FC Bayern-Aktie jemals börsennotiert sein werde, sagte Hainer: „Ich glaube nicht.“ Laut den Statuten hält der eingetragene Verein immer mindestens 70 Prozent an der AG, er könnte also noch einen weiteren Aktionär aufnehmen. Interessenten gebe es genug, man habe aber „keinen Bedarf“, stellte Hainer klar. Auch Spekulationen, wonach BMW den Anteil von Audi übernehmen könnte, dementierte Hainer. Man sei mit Audi „sehr zufrieden“ und habe „einen langfristigen Vertrag“ abgeschlossen. 

50+1 Regel aufheben

Die aktuellen Diskussionen um eine Abkehr von den strengen Eigentums-Vorschriften für deutsche Fußball-Profiklubs beträfen die Bayern daher auch nicht. Dennoch sprach sich Hainer dafür aus, die strenge 50+1-Regel, die fremden Investoren davon abhalten soll, Bundesliga-Vereine zu übernehmen, abzuschaffen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass '50 plus 1' abgeschafft werden und jeder Verein selbst entscheiden sollte", sagte Hainer. Schließlich müssten die Vereinsmitglieder einer Aufhebung der Schwelle ohnehin mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen. „Warum wird den Vereinen vorgeschrieben, was sie zu tun haben?" Eine Aufhebung der Grenze könnte auch den Konkurrenzkampf in der Bundesliga anheizen, die zurzeit vom FC Bayern dominiert wird. „Wir können ja nicht schlechter werden, nur damit die anderen auch mal gewinnen“, sagte Hainer.

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