NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger von Eastman Kodak machen sich am Dienstag sprungartig Hoffnung auf eine neue Ertragsperle der einstigen Fotoausrüstungsikone. Die Aussicht, dass der Konzern von der US-Regierung einen Millionenkredit erhält, um Inhaltsstoffe für Medikamente zu produzieren, ließ die Papiere an der Nasdaq-Börse um mehr als das Dreifache nach oben springen. Hatten sie den Handel am Vortag noch bei 2,65 Dollar beendet, wurden nun plötzlich wieder 8 Dollar und mehr für die Anteilscheine bezahlt. In der Spitze reichte das Kursfeuerwerk sogar bis fast 12 Euro.

Eastman Kodak soll im Rahmen des 1950 anlässlich des Koreakrieges auferlegten "Defense Production Act" einen 765 Millionen Dollar schweren Kredit aus Staatsmitteln erhalten. In diesem Gesetzesprogramm wurden zuletzt Unternehmen dazu verpflichtet, während der Coronavirus-Pandemie medizinischen Bedarf herzustellen - mit dem Ziel, knappe Produkte zum Kampf gegen den Virus schneller verfügbar zu machen.

Am Markt hieß es, das Geld sei für den berühmten Fotokonzern, der in seinem angestammten Geschäft bei der Digitalisierung den Anschluss verlor, eine neue Lebensader sein - und damit auch für die seit Jahren im Abwärtsstrudel befindlichen Aktien. 2014 wurden im Hoch noch fast 38 Dollar bezahlt, im Tief waren es nun während des Corona-Crashs nur noch 1,50 Dollar gewesen.

Im Rahmen des ursprünglich für Kriegszeiten entwickelten "Defense Production Act" war in der Frühphase der Pandemie schon der Autobauer General Motors mobilisiert worden, um Beatmungsgeräte herzustellen. Auch beim Mischkonzern 3M wurde das Bundesgesetz aus dem Jahr 1950 bereits angewendet, um die Versorgung der USA mit Schutzmasken zu sichern./tih/he

Quelle: dpa-Afx