SEOUL (dpa-AFX) - Eine vor allem seit 2025 boomende Nachfrage nach KI-Halbleitern hat die Bewertung des Speicherchipherstellers Samsung am Mittwoch in Seoul umgerechnet über die Marke von einer Billion US-Dollar getrieben.

Damit reiht sich neben dem taiwanesischen Chiphersteller TSMC nun auch der südkoreanische Konzern in den Kreis der Giganten unter den Technologiekonzernen weltweit ein, zu denen neben den "Mag7" auch Broadcom und Walmart zählen. Samsung gehört zu den weltweit führenden Produzenten von Halbleitern, besonders im Segment leistungsstarker Speicherchips.

Nachdem der Samsung-Kurs zeitweise um rund 17 Prozent auf den Rekordwert von 270.000 Won geklettert war, legte er zuletzt noch um knapp 16 Prozent auf 266.000 Won zu.

Lange Zeit war die Samsung-Aktie der US-Konkurrenz hinterhergehinkt. Im vergangenen Jahr jedoch startete sie eine enorme Aufholjagd, die bis zum heutigen Tag andauert. Angesichts der Nachfrage nach KI-Chips konnte sich 2025 der Kurs des südkoreanischen Tech-Konzerns mehr als vervierfachen. Seit dem neuen Jahr ging es zudem um weitere knapp 130 Prozent nach oben.

Zusammen mit SK Hynix und TSMC befindet sich Samsung aktuell inmitten eines Wandels, der Asien zu einem der Eckpfeiler im globalen KI-Ökosystems gemacht hat und die Chipherstellung mit einer wachsenden Dateninfrastruktur verbindet. Vor diesem Hintergrund erreichten seit Monatsbeginn auch SK Hynix und TSMC Bestmarken.

Dass Samsung inzwischen auch wie etwa Broadcom die Billionen-Dollar-Marke übersprungen hat, wird am Markt als "weitaus mehr als nur Symbolik" eingeschätzt. Vielmehr mache dies deutlich, dass die Rolle von Speicherchips im KI-Infrastruktur-Stack als strukturell und nicht bloß zyklisch gesehen werde.

Erst Ende April hatte Samsung dank des KI-Booms einen Rekordgewinn gemeldet und die Erwartungen beeindruckend übertroffen. Dieser wurde vor allem von der starken Nachfrage nach Computerchips angetrieben. Chip-Engpässe haben die Preise stark steigen lassen. Und Analysten erwarten, dass die Geschäfte mit Speicherchips weiterhin stark laufen und der rekordhohe Gewinn in den nächsten Quartalen weiter ausgebaut wird, da die Vertragspreise angesichts des begrenzten Angebots ihren steilen Aufwärtstrend fortsetzen dürften.

Wie sehr die Nachfrage treibt, wird auch angesichts eines Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg zu Apple deutlich. So hieß es tags zuvor zum iPhone-Hersteller aus informierten Kreisen, dass dieser Sondierungsgespräche über eine Kooperation mit Samsung und Intel führe, um seine Abhängigkeit vom Zulieferer TSMC zu verringern und Lieferengpässe abzufedern./ck/mis/stk

Quelle: dpa-Afx