PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Mittwoch auf der Stelle getreten. Angesichts der laufenden Berichtssaison hielten sich Marktteilnehmer zurück. "Die Vorsicht bleibt derzeit ein stetiger Begleiter bei den Investoren", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. "Zum einen bleibt die Situation im Nahen Osten angespannt und zum anderen kommen immer mehr durchwachsene Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte in die Finanzmärkte."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Die am Donnerstag anstehenden geldpolitischen Signale der Europäischen Notenbank verstärkten die Zurückhaltung. "Die Rufe nach einer EZB-Zinssenkung dürften lauter werden", merkte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank angesichts des jüngsten Rückgangs der Inflation im Euroraum an. "Nicht nur, dass die Teuerungsrate nun unter dem EZB-Zielniveau von zwei Prozent liegt, vielmehr kommt nun mit den höheren Euro-Notierungen ein weiterer Punkt hinzu, der zu einem Umdenken in der EZB führen könnte."
Stärkster Sektor waren die Chemiewerte. Ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die Europäische Union stützte den Sektor. Unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten hatte das Blatt geschrieben, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel, abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.
Am Ende des Feldes lagen dagegen die Pharmawerte. Großer Verlierer waren Novo Nordisk
Der Ausblick machte auch einem anderen Pharmawert zu schaffen. Novartis
Im ebenfalls schwächelnden Bankensektor verloren Credit Agricole
Auch Aktien von Santander
Unter den Finanzdienstleistern sanken UBS
Quelle: dpa-Afx