FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe sorgt bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe.
Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen.
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Der X-Dax
Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.
"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.
Tatsächlich wären im Falle einer Einigung zwischen den USA und dem Iran die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges überschaubar, fuhr Gitzel fort. Zwar belasteten die hohen Energiepreise die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr, doch bei einer Entspannung der Situation könnte der globale Konjunkturverlauf im weiteren Jahresverlauf wieder zu seinem ursprünglichen Pfad zurückkehren. Noch aber bleibe abzuwarten, wie die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien verlaufen werden.
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Quelle: dpa-Afx