FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Schaukelkurs am deutschen Aktienmarkt setzt sich am Mittwoch wohl fort. Nach seiner deutlichen Erholung, die am Dienstag wegen neuer Hoffnung im Iran-Krieg einsetzte, lässt der Dax bei schwachen Vorgaben aus Asien zunächst wieder Federn. Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,45 Prozent auf 24.290 Punkte.

Tags zuvor war der Dax in der Hoffnung auf Entspannung in Nahost am Mittag bis auf 24.690 Punkte geklettert und hatte damit eine zwei Wochen alte Kurslücke im Chart geschlossen. Danach verließen ihn die Kräfte und das Kursplus schmolz bis zum Handelsende merklich zusammen. In den USA ging der Rückschlag der US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 von ihren KI-getriebenen Rekorden dann auch etwas weiter.

Während die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt, warten die Anleger am Mittwoch gespannt auf die Zahlen des KI-Riesen Nvidia , die am Abend nach US-Handelsschluss anstehen. "Wenn Nvidia enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", sagte Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. Nvidia sei längst kein normales Unternehmen mehr, sondern der zentrale Taktgeber des globalen KI-Booms. Ein Rekordhoch der Aktien in der Vorwoche lässt darauf schließen, dass die Erwartungen wie immer hoch sind.

In Deutschland sind am Mittwoch bei zwei Unternehmen Anteilsverkäufe von Aktionären ein Thema. Bei Renk verkaufte der Rüstungskonzern KNDS ein 5,8-Prozent-Paket, laut Händlern zu einem Platzierungspreis von 45,10 Euro. Bei Springer Nature wurde ein 2,5-Prozent-Paket von BC Partners offenbar zu 18,75 Euro verkauft.

Die Springer-Aktien litten vorbörslich stärker darunter als Renk wegen des höheren Abschlags, der wohl in Kauf genommen wurde. Bei Renk war dieser im Vergleich zum Vortags-Schlusskurs nur 2,5 Prozent groß, bei Springer dagegen 8,5 Prozent. Händler hielten es am Morgen für möglich, dass dies bei Renk den Druck mildert. Renk wurden auf der Plattform Tradegate zuletzt zwei Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs gehandelt und Springer 5,6 Prozent.

Im Chemiesektor hat am Mittwoch das Analysehaus Jefferies seine Bewertungen neu sortiert: Während für Evonik eine Kaufempfehlung ausgesprochen wurde, ist das Votum für Lanxess nun mit "Underperform" ein Negatives. Brenntag wurde außerdem auf ein neutrales "Hold" hochgestuft. Der Lanxess-Kurs gab daraufhin vorbörslich um 4,5 Prozent nach, während vor allem Evonik mit 2,1 Prozent Plus positiv reagierte.

Die Kurse der MDax- und SDax-Unternehmen Ottobock , PNE und Jungheinrich müssen ansonsten am Mittwoch bei der Beurteilung der Performance um die Auszahlung der Dividende bereinigt werden. Bei Ottobock bewegt sich der Kurs vorbörslich dennoch im Plus. Sie erholen sich nach einer Stellungnahme des Unternehmens zu einem kritischen Bericht des Leerverkäufers Grizzly, der am Vortag einen Kurssturz ausgelöst hatte./tih/stk

Quelle: dpa-Afx