FRANKFURT (dpa-AFX) - An der Frankfurter Börse dürfte es zu Beginn der Woche wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wieder deutlich nach unten gehen. Der X-Dax signalisierte für den Dax am Montag ein Minus von 1,3 Prozent auf 23.504 Punkte. Der deutsche Leitindex nähert sich damit seinem Niveau vor dem Kurssprung am vergangenen Mittwoch, als eine vorerst beschlossene Waffenruhe im Iran für einen Kurssprung gesorgt hatte.

Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran und der daraufhin von US-Präsident Donald Trump angekündigten Seeblockade steigen die Ölpreise wieder in größerem Maße. In der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni wieder über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies belastete bereits die Börsen in Asien und dürfte auch hierzulande seine Spuren hinterlassen.

Für diesen Montag hat das US-Militär auf Anordnung von Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Der Iran gab sich unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf der Plattform X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren." Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es.

Bei der Lufthansa fallen derweil am Montag zahlreiche Flüge wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen. Die Aktien der Fluggesellschaft notierten im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate fast drei Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag.

Die Papiere von Nemetschek fielen auf Tradegate um mehr als drei Prozent und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.

Zudem sollten zu Wochenbeginn Bankaktien im Blick behalten werden. Denn im Handelsverlauf eröffnet der Branchenriese Goldman Sachs die Berichtssaison der großen Finanzhäuser in den USA./la/men

Quelle: dpa-Afx