FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Nachrichten aus Nahost haben am europäischen Aktienmarkt am Mittwoch für etwas Erleichterung gesorgt. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent rutschte wieder unter 100 Dollar, nachdem die USA dem Iran laut Medienberichten einen Plan zur Beendigung des Kriegs übermittelt haben. Gleichzeitig erklärte US-Präsident Trump, dass der Iran angeblich "unbedingt einen Deal abschließen" wolle.
Der Dax
Die Anleger sind widersprüchliche Signale gewöhnt. Nach einem Ultimatum des US-Präsidenten am Wochenende war der Dax am Montag mit 21.863 Punkten zeitweise noch auf einen Tiefststand seit April 2025 abgesackt. Nach einer Kurznachricht von Donald Trump am Montagmittag auf seiner Plattform Truth Social über gute Verhandlungen mit dem Regime in Iran war er dann in der Spitze bis auf 23.178 Punkte nach oben geschossen. Am Dienstag tat sich dann im Dax letztlich nicht viel.
Der MDax
Besonders stark gefragt sind am Mittag europaweit Rohstoff- und Tourismuswerte, die zuletzt besonders deutlich Federn gelassen hatten. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources
Im Dax führten derweil Siemens Energy mit bis zu 5 Prozent Tagesplus die Gewinnerliste an. Auch Industriewerte hatten schwer gelitten, Siemens Energy verloren im Laufe des Kriegs zwischenzeitlich fast 20 Prozent an Wert.
Im MDax schossen Lanxess nach einer Empfehlung von JPMorgan gar um 17 Prozent nach oben und bauten ihre Erholung vom Tief seit 2009 am Montag inzwischen auf 49 Prozent aus. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi sieht die Kölner als einen der stärksten Kriegs-Profiteure in der Chemiebranche. Udeshi drehte sein skeptisches "Underweight" am Morgen in eine "Overweight"-Empfehlung. Lanxess sei einer von wenigen, wenn nicht der einzige, westliche Produzent in seinen wichtigsten Produktkategorien, und profitiere damit von Produktionsproblemen im asiatisch-pazifischen Raum.
Auch andere Werte der Branche
Jenoptik gewannen nach bestätigten Geschäftszahlen und Ausblick in der Spitze fast 11 Prozent. Nach Aussagen von Henrik Paganetty von der Bank Jefferies decken sich die Aussagen des Technologieunternehmens mit den Erwartungen am Markt. Michael Kuhn von der Deutschen Bank fand derweil lobende Worte für den neuen Chef von Jenoptik, Dominic Dorfner, der spätestens im Oktober antreten wird./ag/stk
Quelle: dpa-Afx