FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Zuge sinkender Ölpreise hat der Dax am Mittwoch zum Handelsstart seinen Stabilisierungsversuch fortgesetzt. In der dritten Woche des Iran-Kriegs hoffen die Anleger darauf, "dass sich der feste Griff des Iran um den globalen Energiemarkt Schritt für Schritt lockern wird", erklärte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Zum einen wachse weltweit der politische Druck auf US-Präsident Trump, die Straße von Hormus wieder passierbar zu machen. Zum anderen verlagerten Saudi-Arabien und der Irak ihre Exporte und nutzten Pipelines, um Öl zu sicheren Häfen zu bringen. "Das ist eine große Sache für den Ölmarkt." Auch wenn dadurch laut Stanzl nicht die gesamte Ölproduktion dieser Länder exportiert werden kann, "verliert die iranische Blockade der Meerenge von Hormus dadurch ein Stück weit an Bedeutung".

Der Leitindex Dax legte in den ersten Börsenminuten um 0,6 Prozent auf 23.875 Punkte zu und schaffte es damit wieder über die exponentielle 200-Tage-Linie. Sie ist charttechnisch gesehen ein wichtiger Gradmesser für den längerfristigen Trend.

Der MDax , der mittelgroße Werte beinhaltet, rückte um 1,0 Prozent auf 29.780 Zähler vor und auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx stieg in ähnlicher Größenordnung.

Abgesehen vom Iran-Krieg samt der Ölpreis-Entwicklung rückt an diesem Abend die US-Notenbank Fed in den Blick. Die Leitzinsentscheidung in den USA steht auf dem Programm. Im aktuell stark verunsicherten Umfeld wird die Fed zwar kaum an den Stellschrauben drehen, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.

Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Helaba-Experten "die Stabsprognosen zu Wachstum und Inflation" wesentlich./ck/nas

Quelle: dpa-Afx