FRANKFURT/ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Eine gute Kostenkontrolle und ein besser als erwartet gelaufenes Geschäft mit Rezepten - vor allem im Hauptmarkt Deutschland - hat am Donnerstag der Aktie von DocMorris
Gegen Mittag stieg am Schweizer Aktienmarkt das Papier der in Deutschland aktiven Versandapotheke DocMorris um 9,3 Prozent auf 6,27 Franken. Seit dem Rekordtief am 24. März bei 3,92 Franken hat sie sich bereits um rund 60 Prozent erholt. Im bisherigen Jahresverlauf steht somit nun ein kleines von Plus von 5 Prozent zu Buche.
Der Anteilsschein der Konkurrentin Redcare Pharmacy
Analyst Martin Comtesse von Jefferies sprach mit Blick auf die Zahlen von DocMorris von einem erfreulichen Jahresstart und hob insbesondere die "guten Fortschritte bei verschreibungspflichtigen Medikamenten" hervor. So sei der Umsatz in diesem Bereich in Deutschland - verglichen mit dem Vorjahr - um 26,4 Prozent gestiegen, und im Vergleich zum Schlussviertel 2025 habe er um 6 Prozent zugelegt. Comtesse verwies obendrein auf das im Blick der Investoren stehende bereinigte operative Ergebnis. Zwar sei es im ersten Quartal weiterhin negativ gewesen, "dürfte aber spätestens im vierten Quartal die Gewinnschwelle erreichen".
Die Online-Apotheke Redcare hatte dagegen bereits in der vergangenen Woche über ihre vorläufige Umsatzentwicklung berichtet und war ebenfalls für die solide Entwicklung von Analysten gelobt worden. So hatte Alexander Zienkowicz von MWB Research betont, dass die vorgelegten Zahlen zwar insgesamt ein strukturell wettbewerbsintensiveres Umfeld widergespiegelt hätten, aber "ohne den befürchteten Quantensprung durch neue Marktteilnehmer wie etwa die Drogeriekette DM".
Vor allem diese Sorgen vor neuer Konkurrenz - in einem Umfeld, wo das E-Rezept immer wieder aufs Neue die Erwartungen enttäuscht hatte - waren es gewesen, die den Papieren der Online-Apotheken in den vergangenen Monaten stark zugesetzt hatten.
Eine Erholung der schwer gebeutelten Aktien setzte zuletzt dann auch angesichts von Reformvorschlägen für das deutsche Krankenkassen-System ein. Investoren erwarten, dass insbesondere der Vorschlag über höhere Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente die Verbraucher dazu veranlassen könnte, von Apotheken vor Ort zu den preisgünstigeren Versandapotheken zu wechseln. Denn letztgenannte locken mit Rabatten und Gutschriften für Rezepteinlösungen oder auch Zuzahlungsbefreiungen./ck/tih/nas
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Quelle: dpa-Afx