NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen zeichnen sich zur Wochenmitte unterschiedliche Entwicklungen ab. Mehr als eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial mit 48.986 Punkten minimal im Minus. Am Vortag hatte er unter dem Kurseinbruch des Versicherers UnitedHealth gelitten, der ein Schwergewicht im Index ist.

Dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 winkt am Mittwoch indes ein fester Auftakt - ihn sieht IG 0,8 Prozent im Plus bei 26.152 Punkten, womit er auf Kurs zu seinem Ende Oktober markierten Rekord bleibt. Hier verteilten die Anleger offenbar schon Vorschuss-Lorbeeren für die erst nach Handelsschluss angekündigten Geschäftszahlen der Tech-Riesen Microsoft , Meta und Tesla , auch wenn sich das in deren vorbörslichen Kursen noch nicht bemerkbar machte. Die Tech-Rally sei wohl noch nicht vorbei, konstatierte Claudia Panseri von UBS Wealth Management.

Im Fokus stehen zunächst die Zahlen einiger Unternehmen, bevor ab 20.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed in den Vordergrund rückt. Dass die Währungshüter ihre Leitzinsen erst einmal nicht weiter senken werden, gilt am Markt als nahezu sicher.

Die Anleger interessiert vor allem der Konflikt um die Unabhängigkeit der Notenbank. Zuletzt eskalierte dieser mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen Fed-Chef Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. US-Präsident Donald Trump übt schon seit längerer Zeit deutliche Kritik an der Geldpolitik der Fed und will einen neuen Notenbankchef nominieren, der sich für Leitzinssenkungen einsetzt.

Gehandelt werden Rick Rieder, Top-Manager beim Vermögensverwalter Blackrock, der frühere Notenbanker Kevin Warsh und Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett. Trump hatte allerdings zur Überraschung vieler Beobachter verlautbart, dass er Hassett lieber auf seinem Posten im Weißen Haus belassen wolle.

Beim Telekomriesen AT&T zeichnet sich mit einem vorbörslichen Plus von 2,6 Prozent eine Kursstabilisierung ab, nachdem die Aktien jüngst auf den niedrigsten Stand seit rund einem Jahr abgesackt waren. Für die Anleger wog die überraschend gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung im vergangenen Jahr offenbar schwerer als die enttäuschende Entwicklung bei den Mobilfunk-Neukunden. Zudem überraschte AT&T auch mit den neuen Internet-Glasfaseranschlüssen positiv.

Ein überraschend robuster Ausblick auf das laufende Quartal bescherte Texas Instruments ein Kursplus von 7,4 Prozent. Der Halbleiterkonzern profitierte davon, dass sich die Nachfrage nach Chips für industrielle Anwendungen und Autos zu erholen scheint.

Den Aktienkursen von US-Branchenkollegen wie Micron , , Lam Research und KLA gab zudem die Euphorie über den Auftragseingang des niederländischen Maschinenherstellers für die Chip-Industrie ASML Schwung. Überzeugen konnte auch der Quartalsbericht des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix .

Bei GE Vernova honorierte der Markt die Zahlenvorlage vorbörslich nicht dauerhaft - die jüngst erholten Titel sanken zuletzt um 2,2 Prozent. Dabei profitierte der Energietechnikkonzern im Schlussquartal 2025 vom weltweiten Energiehunger und kann auf pralle Auftragsbücher blicken.

Für die Papiere des Mischkonzerns Danaher ging es trotz guter Zahlen um 2,4 Prozent bergab. Hier setzten sich die Gewinnmitnahmen der vergangenen Tage fort, nachdem die Aktien den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht hatten./gl/mis

Quelle: dpa-Afx