WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag mit einer schwächeren Tendenz aus dem Handel verabschiedet. Der Leitindex ATX gab 0,70 Prozent auf 5.366,90 Punkte ab, nachdem er am Vortag mit der Hoffnung auf Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Krieges noch deutlich zugelegt hatte. Am Donnerstag ging es europaweit mit den Kursen klar nach unten. Die Ölpreise legten zudem wieder merklich zu und schürten damit erneut Inflations- und Konjunktursorgen.

Die Schlagzeilen zum Nahost-Krieg beeinflussen die Finanzmärkte und sorgen für ein Wechselbad der Gefühle, schrieben die Helaba-Analysten. "Mal gibt es Phasen der Hoffnung und Zuversicht, mal Zeiten der Ernüchterung und Sorgen. Eines lässt sich schon jetzt sagen: Die Volatilität und Unsicherheit bleiben auch in den kommenden Tagen und Wochen erhöht", formulierten die Experten weiter.

Mit einer Zahlenvorlage rückte in Wien Porr ins Blickfeld. Die Aktie des Baukonzerns schloss mit minus 1,6 Prozent. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 136,7 Millionen Euro gemacht. Ein Plus von 25,6 Prozent. Auf das laufende Jahr blicke man zuversichtlich. Gegen steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges sei man vorerst preislich abgesichert. Im Fall eines längeren Konfliktes könnten sich aber Auswirkungen auf die Materialpreise ergeben. Die Ergebnisse entsprachen aus Sicht der Analysten der Erste Group weitgehend den Erwartungen, da Porr die wichtigsten vorläufigen Kennzahlen bereits veröffentlicht hatte.

Im Technologiebereich kamen die AT&S-Titel um 4,7 Prozent zurück. Am Vortag waren die Papiere des Leiterplattenherstellers in einem starken Sektor noch um mehr als elf Prozent hochgesprungen.

Die Papiere des Cateringunternehmens Do&CO büßten 2,9 Prozent ein. Die Titel des Kranherstellers Palfinger sanken um 2,9 Prozent. Frequentis fielen um 4,8 Prozent.

Unter den schwergewichteten Banken verloren Raiffeisen Bank International 2,1 Prozent. Erste Group verbilligten sich um 0,6 Prozent. Bawag gaben um 2,3 Prozent nach.

Die OMV -Anteilsscheine legten hingegen um 2,5 Prozent zu. Beim niederösterreichischen Ölfeldausrüster SBO gab es ein Plus von 1,9 Prozent. Hier könnten die höheren Rohölpreise unterstützt haben./ste/spa/APA/jha

Quelle: dpa-Afx