WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag die Erholungsgewinne aus der ersten Wochenhälfte wieder abgegeben. Steigende Öl- und Gaspreise nach Angriffen auf Förderanlagen im Nahen Osten gaben den Inflations- und Konjunktursorgen neue Nahrung. Die Europäische Zentralbank (EZB) tat es inzwischen der US-Notenbank Fed am Vorabend gleich und ließ ihre Schlüsselzinssätze unangetastet. Am Markt werden jedoch zwei Zinsanhebungen der EZB im weiteren Jahresverlauf erwartet.
Der ATX
Nach iranischen Angriffen auf Flüssiggasanlagen in Katar und der Androhung von Vergeltung durch US-Präsident Donald Trump wächst die Sorge vor einem folgenreichen Energiekrieg. Zuvor hatte Israel "South Pars", das vom Iran und Katar ausgebeutet wird, angegriffen. Die Öl- und Gaspreise dämmten kräftige Kursgewinne im Handelsverlauf zwar noch ein, was den Aktienmärkten aber kaum Entspannung brachte. Stattdessen bleiben Sorgen über langfristige Produktionsausfälle.
Auf der Pressekonferenz zum Zinsentscheid sprach EZB-Präsidentin Christine Lagarde von Aufwärtsrisiken für die Inflationsentwicklung und betonte, dass die EZB die Energiepreise und mögliche Engpässe in den Lieferketten genau beobachte. "Noch glaubt die EZB offiziell daran, dass der Ölpreis-Schock nur temporär ist", schrieb Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Gleichzeitig würden die Währungshüter signalisieren, dass sie im Bedarfsfall handeln würden, um ein Aufbäumen der Inflation ähnlich wie nach der Corona-Pandemie zu verhindern.
OMV verlieren nach BGI-Aufschub, Lenzing und SBO nach Zahlen
OMV-Aktien
Das Update zur BGI falle negativer aus als die bisherigen Markterwartungen, warnte RBC-Analyst Adnan Dhanani. Es bestätige teilweise die bereits bestehenden Investorenbedenken, insbesondere mit Blick auf die Verschuldung und die verzögerte Umsetzung zentraler Projekte.
Am unteren ATX-Ende rasselten Lenzing-Titel
SBO
Von Analystenseite stufte das US-Analysehaus Jefferies die Aktien der OMV von "Buy" auf "Hold" ab. Das Kursziel legten die Experten bei 62 Euro fest. Inzwischen senkte die Baader Bank ihre Einschätzung der Verbund-Titel
Quelle: dpa-Afx