FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben Montag belastet durch steigende Ölpreise nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Belastet wurden die Anleihen durch die deutlich gestiegen Ölpreise. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Der US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs in Nahost ist von iranischen Staatsmedien wie eine Aufforderung zur Kapitulation Teherans aufgenommen worden. Eine Annahme hätte die Unterwerfung der Islamischen Republik unter die "überzogenen Forderungen" von US-Präsident Donald Trump bedeutet, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Trump hatte die iranische Antwort auf das jüngste Angebot der US-Regierung als "völlig inakzeptabel" bezeichnet. Dem Nachrichtenportal "Axios" sagte er, er werde Irans unangemessene Replik zurückweisen.
"Der Optimismus hinsichtlich eines bevorstehenden Abkommens zwischen den USA und dem Iran ist verflogen, was den Rohölpreis in die Höhe getrieben hat", sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der ING Groep NV in Singapur. "Die Befürchtungen einer erneuten Eskalation werden wahrscheinlich zunehmen, was weiteren Spielraum für Preisanstiege lässt."
Steigende Ölpreise belasten die Anleihekurse. Schließlich werden so die Inflationserwartungen angeheizt. Dies erhöht die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen anheben könnte.
In einem Interview mit der "Financial Times" (FT) dämpfte der Vizepräsident der EZB, Luis de Guindos, allerdings die Erwartungen an eine Zinserhöhung etwas. Seiner Einschätzung nach sind die Inflationsrisiken derzeit geringer als vor vier Jahren, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Energiekosten stark in die Höhe trieb. Nach Einschätzung von de Guindos sollte die Notenbank bei künftigen Zinsentscheidungen nicht überreagieren./jsl/jkr/mis
Quelle: dpa-Afx