FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag etwas gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte bis zum Nachmittag um 0,03 Prozent auf 177,03 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf minus 0,49 Prozent. In den meisten Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach. Nur in einigen südeuropäischen Ländern wie Italien stiegen sie an.

Etwas gestützt wurden Bundesanleihen aber vor allem von Sorgen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Neben den steigenden Infektionszahlen beunruhigen auch regulatorische Eingriffe der chinesischen Regierung bei Unternehmen des Landes die Märkte.

Die Kursverluste an den Aktienmärkten sorgten ebenfalls für ein günstiges Umfeld für Anleihen. Die Sorge wegen einer womöglich noch in diesem Jahr anstehenden geldpolitischen Straffung durch die US-Notenbank (Fed) belastete die Aktien. Wie aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung hervorgeht, zeigten sich die Mitglieder der Notenbank zwar uneins mit Blick darauf, wann die Anleihekäufe reduziert werden sollten. Mehrheitlich wurde aber die Auffassung vertreten, noch 2021 damit zu beginnen.

Bestärkt wurde diese Sicht von robusten Daten vom US-Arbeitsmarkt. So ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet gefallen. Die US-Notenbank berücksichtigt den Arbeitsmarkt sehr stark bei ihrer Geldpolitik. Die Daten lösten allerdings am deutschen Anleihemarkt keine großen Kursausschläge aus./jsl/stw

Quelle: dpa-Afx