FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag vor geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,08 Prozent auf 125,92 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,97 Prozent.

Für Verunsicherung sorgt aber weiterhin die Lage im Nahen Osten. Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen Gasfelds "South Pars" gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff "mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat". Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.

Am Nachmittag steht die Zinsentscheidung der EZB an. Eine Änderung des Leitzinses wird nicht erwartet. Allerdings erhoffen sich Anleger Hinweise wie die Notenbank auf die gestiegenen Inflationsgefahren reagieren wird.

Am Vortag hatten insbesondere Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell den Bund-Future belastet. Fed-Chef Jerome Powell betonte auf einer Pressekonferenz, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. Sollte sich die Inflation nicht wie gewünscht abschwächen, gebe es keine Gründe für eine Zinssenkung. Nach Bekanntwerden dieser Aussage fiel der Euro gegenüber dem Dollar. Die Fed hatte zuvor wie erwartet ihre Leitzinsen nicht angetastet./jsl/nas

Quelle: dpa-Afx