FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Mittwoch nach der Rede von US-Präsident Donald Trump etwas nachgegeben. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1710 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1739 (Dienstag: 1,1728) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8518 (0,8526) Euro.

Trump hat sich im Grönlandstreit wenig kompromissbereit gezeigt. Bei seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wiederholte er seine Forderung, dass Grönland von den USA zum Schutz der Welt übernommen werden müsse. Gewalt werde er dafür aber nicht anwenden. Er forderte stattdessen "sofortige Verhandlungen". Mit wem, sagte er nicht. "Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit."

Der Euro gab nach der Rede ein wenig nach. Er hatte allerdings an den vergangenen Tagen deutlich zugelegt und der Dollar war zu allen wichtigen Währungen unter Druck geraten. Zur Beruhigung trug laut Händlern bei, dass Trump seine jüngsten Zolldrohungen gegenüber europäischen Staaten nicht erneuerte.

Mögliche neue US-Zölle könnten nach Einschätzung des Bundesbankpräsidenten Joachim Nagel Auswirkungen auf künftige Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. Zwar seien mögliche Folgen neuer Zölle auf die Preisstabilität "ziemlich unklar". Mehr Sorge würden hingegen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum bereiten, sagte Nagel in einem Fernsehinterview am Rande des Treffens in Davos.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87440 (0,87220) britische Pfund, 185,23 (185,18) japanische Yen und 0,9268 (0,9268) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.836 Dollar. Das waren etwa 75 Dollar mehr als am Vortag. Mit 4.888 Dollar hatte der Goldpreis einen Rekordstand erreicht./jsl/he

Quelle: dpa-Afx