FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Mittwoch weiter gesunken. Am Morgen knüpfte die Gemeinschaftswährung an die Verluste vom Vortag an und fiel auf ein Tagestief bei 1,1706 US-Dollar. Damit wurde der Euro etwas tiefer als am Vorabend gehandelt und etwa einen halben Cent niedriger als am Montag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt auf 1,1738 Dollar festgesetzt.

"Der Euro kann angesichts der erhöhten Verunsicherung im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt keine Dynamik nach oben mehr entwickeln", kommentierten Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen. Nach wie vor gibt es keine Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs. Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus bleibt weiter faktisch geschlossen.

An den Finanzmärkten stehen die Gespräche zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping im Fokus, die im weiteren Verlauf der Woche erwartet werden. Bei dem Treffen dürfte auch der Iran-Krieg eine Rolle spielen.

Die Aussicht auf eine höhere Inflation und die damit verbundene Spekulation auf eine Zinserhöhung konnten dem Euro zuletzt keinen Auftrieb verleihen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel warnte vor einer steigenden Inflation und stellte eine schnelle Zinserhöhung durch die EZB auf der nächsten Zinssitzung im Juni in Aussicht. "Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden", sagte Nagel dem "Handelsblatt". "Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert."

Allerdings machte der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau ebenfalls am Mittwoch beim Radiosender "France Info" deutlich, dass es derzeit noch keine ausreichenden Informationen über die weitere Entwicklung der Kerninflation gebe. Während die Teuerung in der Eurozone im April auf 3,0 Prozent gestiegen ist und damit über dem von der EZB angepeilten Ziel von mittelfristig zwei Prozent, liegt die Kernrate mit 2,2 Prozent deutlich niedriger./jkr/jsl/zb

Quelle: dpa-Afx