FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Freitag weiter gestiegen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1783 US-Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,1702 Dollar festgesetzt.

Für Auftrieb beim Euro sorgten enttäuschende US-Konjunkturdaten. Im April hatte sich die Stimmung in den Industriebetrieben überraschend nicht verändert. Der Einkaufsmanagerindex ISM verharrte auf 52,7 Punkten, während Volkswirte von einem Anstieg auf 53,2 Zähler ausgegangen waren.

Die Gemeinschaftswährung wurde zudem von der Aussicht auf eine Zinserhöhung in der Eurozone gestützt. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte sich für eine solche Maßnahme im Juni ausgesprochen. "Aus heutiger Sicht entwickelt sich die Lage weniger günstig als im vorherigen Basisszenario", wurde Nagel in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert. Es sei daher umso angemessener für den EZB-Rat, im Juni zu reagieren, falls sich die Aussichten nicht deutlich verbessern.

Bereits am Vortag hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Tür für eine Zinserhöhung im Juni offen gehalten. Zuvor hatte die Notenbank die Leitzinsen unverändert belassen. Der für die Finanzmärkte wichtige Einlagensatz liegt weiter bei 2,0 Prozent.

Zum Wochenschluss wird das Handelsvolumen von Marktbeobachtern als eher gering beschrieben. In vielen Ländern sind die Finanzmärkte feiertagsbedingt geschlossen. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.643 Dollar. Das waren rund 25 Dollar mehr als am Vortag./jkr/he

Quelle: dpa-Afx