LONDON (dpa-AFX) - Anhaltende Inflationssorgen haben den Goldpreis am Dienstag deutlich belastet. Eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des gelben Edelmetalls kostete am frühen Nachmittag 4.581 US-Dollar und damit etwa 2,2 Prozent weniger als am Vortag. Mit dem Kursrutsch am Dienstag weitete der Goldpreis seine Verluste zu Wochenbeginn deutlich aus. Zwischenzeitlich war er auf den tiefsten Stand seit Anfang April abgesackt.

Die Nachrichten zum Iran-Krieg halten den Ölpreis auf einem hohen Niveau. Die für den internationalen Warentransport wichtige Straße von Hormus ist derzeit für den Schiffsverkehr weitgehend gesperrt. Dies beeinträchtigt die Versorgung mit Energie sowie mit anderen bedeutenden Gütern wie petrochemischen Erzeugnissen und Düngemitteln. Diese Güterknappheit schließlich verschärft die Furcht der Anleger vor deutlich steigenden Preisen.

In diesem Umfeld könnten sich die Notenbanken gezwungen sehen, die Leitzinsen zu erhöhen. Für Goldanleger wäre das eine schlechte Nachricht, denn Gold wirft keine laufende Verzinsung ab und verliert damit im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität.

Damit geriet auch das Edelmetall Silber unter Druck, das ebenfalls keine Zinsen bietet. Zuletzt wurde eine Feinunze fast vier Prozent tiefer bei 72,56 Dollar gehandelt.

Die unbefristete Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran bei weiterhin blockierter Straße von Hormus "verlängert die Unsicherheit an den Märkten", schrieb Marc Loeffert, Händler bei Heraeus Precious Metals. Langfristig aber könne die Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und steigenden Preisen durchaus einen fruchtbaren Boden für die Fortsetzung des Bullenmarktes bei Gold bieten./la/jsl/jha/

Quelle: dpa-Afx