FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Krieg am Persischen Golf hat der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS im ersten Quartal einen herben Knick eingebrockt. Nachdem Kunden im Januar und Februar noch eifrig Geld in die DWS-Fonds geschoben hatten, zogen sie im März verstärkt Mittel ab, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Dennoch startete DWS dank ungewöhnlich hoher Erträge mit überraschend viel Gewinn ins Jahr. Dabei konnte das Unternehmen seine Kosten weiter senken. Vorstandschef Stefan Hoops sieht DWS auf Kurs zu seinen Zielen.

Im ersten Quartal stiegen die Erträge im Jahresvergleich um neun Prozent auf 821 Millionen Euro, weil sich erfolgsabhängige Zahlungen und Transaktionsgebühren verdreifachten. Dadurch zehrten die Kosten nur noch 54,1 Prozent der Erträge auf, nachdem diese Quote ein Jahr zuvor noch 62,2 Prozent betragen hatte. Der Quartalsgewinn stieg um ein Drittel auf 264 Millionen Euro und übertraf die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten deutlich.

Allerdings sammelten die Fonds von DWS in den vergangenen drei Monaten unter dem Strich nur 11 Milliarden Euro an frischen Geldern ein, während Analysten mit mehr gerechnet hatten. Von dem Geld flossen 6,6 Milliarden Euro in langfristige Anlagen und damit weniger als vom Vorstand mittelfristig angepeilt. So will Hoops in den drei Jahren bis 2028 insgesamt mehr als 160 Milliarden Euro in solche Langfrist-Anlagen lenken. Damit wären pro Quartal durchschnittliche Zuflüsse von mehr als 13 Milliarden Euro nötig.

Um den Gewinn weiter zu steigern, will DWS die Kosten im Griff behalten. Im Jahr 2027 sollen sie weniger als 55 Prozent der Erträge aufzehren. Im ersten Quartal fielen die absoluten Kosten um fünf Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum./stw/bek/he

Quelle: dpa-Afx