SEOUL (dpa-AFX) - Der Elektronikkonzern Samsung hat dank des anhaltenden KI-Booms den höchsten Gewinn seit seiner Gründung erzielt. Dieser wurde vor allem von der starken Nachfrage nach Computerchips angetrieben. Chip-Engpässe haben die Preise stark steigen lassen. Allein 53,7 Billionen Won des Betriebsgewinns - und damit fast 94 Prozent des Gesamtgewinns - stammten im vergangenen Quartal aus der Halbleitersparte des Konzerns. Das war deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Samsung Electronics ist einer der weltweit führenden Produzenten von Halbleitern, besonders im Segment leistungsstarker Speicherchips.

Für den Gesamtkonzern weist Südkoreas größtes Unternehmen einen Betriebsgewinn von 57,2 Billionen Won (rund 32,9 Mrd Euro) für den Zeitraum Januar bis März aus - in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. Samsung hatte bereits Anfang April eine erste Schätzung in dieser Größenordnung veröffentlicht.

Das Unternehmen verfügt derzeit nur über sehr begrenzte Lagerbestände, und das verfügbare Angebot bleibt "weit hinter der Kundennachfrage zurück", wie ein Manager nun erklärte. Die Nachfrageerfüllungsquote von Samsung befindet sich nach Angaben der Unternehmensleitung derzeit auf einem Rekordtief, und die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage dürfte sich im kommenden Jahr voraussichtlich noch weiter vergrößern. Samsung will daher mehr Geld in den Kapazitätsausbau stecken.

Der Konzern erwägt zudem eine Umstellung auf mehrjährige Verträge, um die Versorgung zu stabilisieren und Bedenken hinsichtlich von Engpässen auszuräumen, wie Co-Konzernchef Jun Young-hyun den Aktionären auf der Hauptversammlung im vergangenen Monat berichtete. Ein solcher Schritt würde die Preise weiter stützen und einen Puffer gegen konjunkturelle Abschwünge bilden.

Das Gewinnwachstum der Chipsparte steht im Gegensatz zu den Rückgängen in Samsungs Mobil- und Display-Geschäftsbereichen, die mit steigenden Preisen für Materialien und Komponenten zu kämpfen haben.

Wegen der Gewinne durch den KI-Boom fordern nun auch die Mitarbeiter von Samsung einen größeren Anteil. Dabei drohen die Beschäftigten mit einem 18-tägigen Generalstreik im Mai. In der vergangenen Woche versammelten sich mehr als 30.000 Arbeiter vor dem wichtigsten Chip-Zentrum von Samsung in der südkoreanischen Stadt Pyeongtaek./nas/stw/jha/

Quelle: dpa-Afx