FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Kursgewinne des Euro im Handel mit dem US-Dollar könnten nach Einschätzung der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Ein stärkerer Euro könnte die Inflation stärker nach unten drücken als bisher erwartet, sagte Lagarde am Donnerstag im Anschluss an die Zinsentscheidung.

Die Notenbankpräsidentin erklärte, dass der Kursanstieg des Euro bereits im März 2025 begonnen habe. Die bisherige Entwicklung sei im Basisszenario der Notenbank enthalten. Der Euro bewege sich immer noch im Rahmen des langfristigen Durchschnitts.

"Die Inflationsaussichten bleiben aufgrund des volatilen globalen politischen Umfelds unsicherer als üblich", sagte Lagarde. Zuletzt hatte die Gemeinschaftswährung von einer Dollar-Schwäche profitiert. Zeitweise war der Euro in der vergangenen Woche bis über 1,20 US-Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2021.

Die Inflation in der Eurozone war zuletzt gesunken. Im Januar ging die Teuerung auf 1,7 Prozent zurück, von zuvor 2,0 Prozent. Die Inflation liegt damit unter dem Ziel der EZB von mittelfristig zwei Prozent. Die EZB hat bei ihrer Zinsentscheidung die Leitzinsen erneut unverändert belassen./jkr/jsl/jha/

Quelle: dpa-Afx