DUDERSTADT (dpa-AFX) - Der Prothesenhersteller Ottobock hat die vom als spekulativ geltenden Investor Grizzly erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend", teilte Ottobock am Mittwoch in Duderstadt mit. Derzeit prüfe der Konzern rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die zuständige deutsche Aufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation.

"Der Bericht greife Themen auf, die bereits vom Unternehmen offengelegt wurden, über die zuvor berichtet wurde und die sich als falsch erwiesen haben oder die private Angelegenheiten auf Gesellschafterebene betreffen", hieß es in der Stellungnahme vom Prothesenhersteller weiter.

In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht warf Grizzly Research unter anderem dem Mehrheitseigentümer Hans Georg Näder eine exzessive Verschuldung vor, die ein "Damoklesschwert" über den Minderheitsaktionären darstelle. Zudem kritisierte der Leerverkäufer seiner Ansicht nach aggressive Bilanzierungspraktiken und behauptete, dass Ottobock 35 Prozent des Nettogewinns in Russland mache. Daraufhin verlor die im SDax gelistete Aktie deutlich an Wert.

Leerverkäufer wie Grizzly wetten auf fallende Kurse, um davon zu profitieren. Ihre Berichte haben in der Vergangenheit wiederholt zu starken Kursverlusten bei den betroffenen Unternehmen geführt. Ottobock war im Oktober 2025 an die Börse gegangen./mne/zb

Quelle: dpa-Afx