MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Stromhunger der KI-Rechenzentren treibt die Geschäfte bei Siemens Energy
Dass die Geschäfte blendend laufen, hatte Siemens Energy bereits im April auf Basis vorläufiger Zahlen gemeldet und die Prognose angehoben. Diese Zahlen bestätigte der Konzern nun: Der Gewinn nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Drittel auf 835 Millionen Euro, der Umsatz von 10 auf 10,3 Milliarden und der Auftragseingang von 14,4 auf 17,7 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September will Siemens Energy rund 4 Milliarden Euro Gewinn machen.
In einem schwächeren Umfeld verlor die im Dax notierte Aktie mangels größerer Neuigkeiten rund zwei Prozent. Dass Siemens Energy sein Aktienrückkaufprogramm beschleunigen und im laufenden Geschäftsjahr bis zu einer Milliarde Euro mehr ausgeben will, stützte die Kurse nicht. Am Volumen von insgesamt 6 Milliarden Euro bis 2028 hält das Unternehmen vorerst fest. Dazu kommt, dass die Aktie in der Vergangenheit zu den am stärksten gestiegenen Titeln gehört - im laufenden Jahr steht bereits wieder ein Plus von gut 45 Prozent zu Buche, auch wenn in den vergangenen Wochen die Kursgewinne eher überschaubar ausfielen.
Marktumfeld "sehr positiv"
"Das Marktumfeld, in dem wir uns bewegen, bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten sehr positiv", sagt Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. "Das spiegelt sich in einem erneut sehr starken Quartal und einem überzeugenden ersten Halbjahr wider. Dass wir den Ausblick anheben, zeigt unsere Überzeugung, dass sich diese Entwicklung fortsetzt."
Selbst die Krisentochter Siemens Gamesa, die in der Vergangenheit immer wieder den ganzen Konzern in die roten Zahlen gezogen hatte, kommt auf ihrem Weg in die Gewinnzone voran. Im abgelaufenen Quartal meldete sie nur noch einen Verlust von 39 Millionen Euro. Vor einem Jahr war es noch mehr als eine halbe Milliarde Euro. Konzernchef Bruch geht davon aus, dass Gamesa im vierten Geschäftsquartal, das von Juli bis September dauert, erstmals seit langem wieder schwarze Zahlen schreiben wird.
Iran-Krieg hat finanziell nur geringe Auswirkungen
Obwohl Siemens Energy auch im Nahen Osten aktiv ist, habe der Iran-Krieg bisher keine großen Auswirkungen, sagt Bruch, der vor kurzem vor Ort war. Es sei ein mulmiges Gefühl, wenn man im Hotel die Nachricht bekomme, einen sicheren Ort aufzusuchen. Finanziell seien die Folgen bisher vernachlässigbar. Auch von Siemens Energy betreute Anlagen seien bisher nicht getroffen worden und die Auftragseingänge aus der Region gingen weiter.
Die größten Gewinnbringer waren im zweiten Quartal erneut die Sparten Gas Services und Grid Technologies (Netztechnologie) mit jeweils mehr als einer halben Milliarde Gewinn./ruc/DP/nas
Quelle: dpa-Afx