DUDERSTADT (dpa-AFX) - Der Prothesenhersteller Ottobock hat im Auftaktquartal 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert. "Neben unserem innovationsgetriebenen Wachstum, wirkt sich unsere stringente Kostensteuerung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen nachhaltig positiv aus", sagte Finanzchef Arne Kreitz am Mittwoch laut einer Mitteilung. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte der Konzern aus dem niedersächsischen Duderstadt. An der Börse kam die Quartalsvorlage gut an.

Die Aktie legte zuletzt um rund 2,1 Prozent auf 58,70 Euro zu und erholte sich weiter von den jüngsten Kursverlusten. Vom Ausgabepreis in Höhe von 66 Euro ist das Papier allerdings noch etwas entfernt.

Im ersten Quartal kletterten die Umsätze insgesamt um 3,4 Prozent auf 396 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen berichtete. Im Kerngeschäft lag das Plus bei 4,4 Prozent. Während sich die Regionen EMEA und APAC besser entwickelten, gingen die Erlöse in der Region Americas unter anderem wegen eines schwächeren Auftragseingangs eines großen Kunden zurück.

Operativ lief es für Ottobock deutlich besser: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Kerngeschäft legte um 11,8 Prozent auf 84,3 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 18,8 Millionen Euro, das waren 16,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

2026 sollen die Erlöse im Kerngeschäft weiterhin um fünf bis acht Prozent zulegen. Die bereinigte operative Ergebnismarge (Ebitda-Marge) soll im Kerngeschäft mehr als 26,5 Prozent betragen. Das Kerngeschäft bei Ottobock umfasst die Sparten Produkte & Komponenten sowie Patient Care. Verkaufte oder zu verkaufende Bereiche hat Ottobock dabei als "Nicht-Kerngeschäft" klassifiziert. Zum Verkauf steht unter anderem das Geschäft mit Rollstühlen.

Dieses könnte der Prothesenhersteller bald veräußern. "Wir sind konkret mit einem Investor in den letzten Verhandlungen" sagte Unternehmenschef Oliver Jakobi am Mittwoch. Noch in der ersten Jahreshälfte könnte der Verkaufsvertrag unterzeichnet werden und die Transaktion dann bis zum Jahresende 2026 abgeschlossen sein, fügte Finanzchef Arne Kreitz hinzu. Mit dem Verkauf des Rollstuhlgeschäfts falle zwar für Ottobock auch der thüringische Standort Königsee weg, aber er soll auf jeden Fall nicht geschlossen werden, bekräftigte der Manager.

In Königsee arbeiten laut dem Finanzchef 250 Beschäftigte. Es gebe aber auch weitere Mitarbeiter weltweit, die im Rollstuhlgeschäft beschäftigt seien. Der Standort mache einen Umsatz in der Größenordnung von 80 Millionen Euro und der Beitrag zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei niedrig.

Ottobock ist vor allem für seine Prothesen und für technische Unterstützung der Paralympics bekannt. Laut eigenen Angaben ist das Unternehmen Weltmarktführer im Bereich Prothetik. Ottobock war erst im vergangenen Oktober an die Börse gegangen und im Dezember in den Kleinwerteindex SDax aufgestiegen./mne/niw/stk

Quelle: dpa-Afx