MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Der Energietechnikkonzern Siemens Energy
Die Aktie reagierte mit Kursgewinnen und startete mit einem Rekordhoch. Zuletzt lag das Papier mit fast sechs Prozent im Plus - nach einem Rücksetzer von 4,6 Prozent vom Vortag. Im noch jungen Jahr hat die seit zwei Jahren von Rekord zu Rekord eilende Aktie bereits wieder rund ein Drittel an Wert gewonnen und ist damit Spitzenreiter im deutschen Leitindex Dax
Analysten lobten durchweg die Zahlen. Angetrieben von der Dynamik im Geschäft mit Gaskraftwerken sei der Start ins Geschäftsjahr stark gewesen, bemerkte Lucas Ferhani vom Analysehaus Jefferies. Der bestätigte Ausblick für das Gesamtjahr habe nun Spielraum nach oben bei Margen und Cashflow. Die Resultate seien durch die Bank deutlich besser als erwartet ausgefallen, schrieb Colin Moody von der kanadischen Bank RBC am Mittwoch. Highlight des Ganzen sei die starke Auftragsdynamik und der sehr hohe freie Mittelzufluss. Dies bestätigte auch Phil Buller von JPMorgan. Er wies zudem noch auf die verbesserte Entwicklung bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa hin. Deren Verluste seien inzwischen "zu vernachlässigen".
Der Umsatz stieg im ersten Quartal (per Ende Dezember) auf vergleichbarer Basis um 12,8 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte.
Stark zeigte sich das Neugeschäft, das vergleichbar um gut ein Drittel auf 17,6 Milliarden Euro zulegte und einen Rekord erreichte. Der größte Beitrag kam dabei den Angaben zufolge aus den USA. Hauptverantwortlich für das Wachstum war die starke Nachfrage im Gasturbinengeschäft, welches seinen Auftragseingang im Auftaktquartal um mehr als 80 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro steigerte. Die Netztechnik warb gut ein Fünftel mehr Aufträge ein. Damit sitzt Siemens Energy nun auf einem Rekordauftragsbestand von 146 Milliarden Euro.
Kunden platzierten Aufträge inzwischen wegen der langen Lieferzeiten möglichst früh, sagte Konzernchef Christian Bruch in einer Telefonkonferenz. Derzeit würden bereits Kapazitäten für 2029 und 2030 reserviert. Dabei profitiere Siemens Energy generell von einem höheren Strombedarf, aber auch von der steigenden Energie-Nachfrage im Zusammenhang mit Rechenzentren im Zuge des KI-Booms.
Um die Nachfrage bedienen zu können, investiert Siemens Energy derzeit viel Geld in den Ausbau der Kapazitäten. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen angekündigt, in den USA eine Milliarde US-Dollar vor allem in die Erweiterung seiner Werke stecken zu wollen. Mehrheitlich investiere Siemens Energy jedoch in Europa, sagte Bruch.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg von 481 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro, die entsprechende Marge kletterte um 6,6 Prozentpunkte auf 12 Prozent. Dies war deutlich mehr als von Analysten im Vorfeld erwartet worden war und liegt über dem Jahresziel von 9 bis 11 Prozent. Den Löwenanteil lieferten wie erwartet das Gas- und Netzgeschäft. Zudem reduzierte das seit Jahren schwächelnde Windturbinengeschäft Siemens Gamesa seine Verluste deutlich. Unter dem Strich verdreifachte Siemens Energy den Gewinn mit 746 Millionen Euro fast.
"Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung. Auch im Windgeschäft zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab", kommentierte Konzernchef Bruch. Die Jahresprognose, die deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn vorsieht, wurde bestätigt./nas/ajx/he/niw/stk
Quelle: dpa-Afx