NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben am Freitag ihre Talfahrt fortgesetzt. Der anhaltende Iran-Krieg und die weiter steigenden Ölpreise mahnten die Anleger zur Vorsicht. Zudem drückte Chinas Entscheidung, vor dem erwarteten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Präsident Xi Jinping eine Handelsuntersuchung gegen die USA einzuleiten, auf die Stimmung.

Der Leitindex Dow Jones Industrial weitete seine anfänglichen Verluste im Handelsverlauf aus und schloss 1,73 Prozent tiefer bei 45.166,64 Punkten. Ähnlich sah es bei den anderen Indizes aus.

Der marktbreite S&P 500 sank um 1,67 Prozent auf 6.368,85 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,93 Prozent auf 23.132,77 Punkte bergab. Damit verbuchten Dow und Nasdaq 100 trotz der zwischenzeitlichen Erholung Wochenverluste von 0,9 beziehungsweise 3,2 Prozent - es war die fünfte negative Woche in Folge. Für den S&P 500 bedeutet die ebenfalls negative Wochenbilanz laut der Nachrichtenagentur Bloomberg die längste Verlustserie seit dem Jahr 2022.

Im Nahen Osten ist nach fast vier Wochen Iran-Krieg keine Entspannung in Sicht. Eine paramilitärische iranische Miliz verwehrte drei Containerschiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus. Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum für eine Wiedereröffnung der Meerenge erneut verlängert. Die angekündigten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verschob er um weitere zehn Tage auf den 6. April. US-Außenminister Marco Rubio geht davon aus, dass die USA ihre Kriegsziele auch ohne den Einsatz von Bodentruppen erreichen werden.

Der Verteidigungsminister des US-Bündnispartners Israel kündigte eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an. Als Grund nannte er den andauernden Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel. Die Verlängerung des US-Ultimatums an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus mindere die Risiken nicht, und das sei an den Märkten spürbar, sagte Stephen Innes von SPI Asset Management.

China reagierte derweil mit zwei Untersuchungen gegen die USA auf entsprechende Schritte der USA vor zwei Wochen. Das Handelsministerium in Peking teilte mit, die Verfahren richteten sich gegen US-Praktiken, die den Absatz chinesischer Waren in den USA behinderten. Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern läuft seit Jahren, hatte sich nach einem Treffen von Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im vergangenen Oktober aber vorerst etwas beruhigt.

Die Aktien der Ölriesen Exxon Mobil und Chevron reagierten mit Kursgewinnen von 3,4 und 1,6 Prozent auf die weiter steigenden Ölpreise.

Dagegen ging es für die Titel von Meta um weitere 4 Prozent bergab auf ein Tief seit April vergangenen Jahres. Der Technologie- und Social-Media-Riese finanziert den Bau von sieben neuen Erdgaskraftwerken, um sein datenintensivstes Rechenzentrum mit Strom zu versorgen. Er traf hierzu eine Vereinbarung mit dem Strom- und Gasversorger Entergy . Dessen Aktien gewannen 6,8 Prozent und erreichten zudem ein Rekordhoch. Bereits am Donnerstag war Meta mit der angekündigten deutlichen Erhöhung seiner Investitionen in ein Rechenzentrum in Texas auf Missfallen am Markt gestoßen.

Ansonsten standen vor dem Wochenende Titel aus der zweiten Reihe im Fokus. Unity Software sprangen um 13,5 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte unerwartet gute vorläufige Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal bekanntgegeben.

Die Titel von Argan Inc schossen sogar um 38 Prozent hoch, nachdem der Kraftwerksbauer bei Umsatz und Gewinn je Aktie im vergangenen Quartal die durchschnittlichen Analystenschätzungen übertroffen hatte./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-Afx