In unsicheren Zeiten an der Börse sind unter Investoren vor allem Dividenden beliebt. Sie stellen eine gute Abwechslung zu den roten Kursverlusten dar und haben schon so manchen Anleger vom Verkaufen abgehalten. Allerdings sind hohe Dividenden meist ein Warnsignal für vergangene Kursverluste und eventuelles operatives Versagen. Doch welche asiatischen und pazifischen Werte bieten eigentlich eine hohe Ausschüttung ohne, dass man ständige Angst vor einer kommenden Insolvenz haben muss?

Lenovo Group (5,38 Prozent Dividendenrendite)


Erste Station auf der Liste von Hochdividendenwerten aus dem asiatischen und pazifischen Raum ist die auch in Deutschland bekannte Marke Lenovo. Die Hongkonger konzentrieren sich vorwiegend auf die Herstellung von mittel- und hochklassigen Laptops und PCs, was 2021 ca. 72 Prozent des Umsatzes in Höhe von 557 Milliarden Hongkong Dollar (ca. 70 Milliarden Euro) ausmachte. Außerdem sind im Produktportfolio auch Smartphones und Tablets enthalten.

Das international stark aufgestellte Unternehmen bietet Anlegern einen guten Länder-Mix und bis auf den Hauptsitz dadurch auch minimierte politische Risiken. So kommen etwa 30 Prozent des Umsatzes aus Nordamerika, 25 Prozent aus China und 27 Prozent aus Europa & Afrika. Dazu ist dieses Unternehmen, auch wegen des angesprochenen Standortes, mit einem KGV von sechs eher günstiger gepreist, könnte aber bei einer Entspannung der aktuellen Lage noch deutliches Aufwärtspotential haben. Auf fünf Jahres Sicht liegt die Aktie jedoch trotzdem jetzt schon 70 Prozent im Plus.

JB HI-FI Limited (7,13 Prozent Dividendenrendite)


Wer gerne etwas weniger politisches Risiko mag, für den könnte der australische Einzelhändler JB Hi-Fi Limited etwas sein. Auf fünf Jahressicht liegt die Aktie bisher 75 Prozent im Plus und belohnt seine Anleger zudem mit einer Dividendenrendite von 7,13 Prozent. Dabei ist das Kerngeschäftsmodell uns Deutschen nicht ganz unbekannt, den JB HI-FI könnte man gut mit den deutschen Ketten MediaMarkt, Expert oder Saturn vergleichen. Das Unternehmen unterhält aktuell nämlich 300 Einzelhandelsgeschäfte in Australien und Neuseeland, welche Technik, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte vertreiben.

Zusammen mit dem zweiten Standbein des Unternehmens, Geschäftsdienstleistungen für Handel-, Versicherungs- und Bildungsfirmen, erwirtschaftete man 9,23 Milliarden australische Dollar im Jahr 2021, was etwa 13,5 Milliarden Euro entspricht. An der Börse ist das Unternehmen hingegen "nur" 3,2 Milliarden Euro wert und aktuell mit einem KGV von 10 gepreist, was auch nicht besonders teuer ist.

Fortescue Metals Group (12,43 Prozent Dividendenrendite)


Letzte Station auf der Liste der Hochdividendenwerte aus dem asiatischen und pazifischen Raum ist die Fortescue Metals Group Aktie mit Sitz in Australien. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens ist primär auf den Eisenerz Bergbau ausgerichtet. Sowohl Exploration, Erschließung, Produktion, Verarbeitung als auch der Verkauf der abgebauten Rohstoffe gehört zur Geschäftstätigkeit der Australier. Dies umfasst allerdings nicht nur den reinen Abbau, sondern auch den logistischen Prozess. So unterhält man Liegeplätze und Eisenbahnen in Australien.

Weiterhin ist man inzwischen nicht nur auf dem heimischen Kontinent tätig, sondern führt inzwischen auch Bohr- und Bergbauprogramme in Südamerika durch. Im Jahr 2021 konnte damit ein Umsatz von 29,8 Milliarden australische Dollar erwirtschaftet werden (entspricht etwa 20,3 Milliarden Euro). Mit einer Marktkapitalisierung von 38 Milliarden Euro ist das Unternehmen, wie die meisten Bergbaukonzerne, erschwinglich gepreist und wird aktuell auf Basis eines KGVs von sechs bewertet. Entsprechend der niedrigen Bewertung ergibt sich eine umso höhere Dividendenrendite von über 12 Prozent für Anleger.

Fazit zu Aktien mit hoher Dividende


Tatsächlich gibt es also einige Dividendenaktien aus dem asiatischen und pazifischen Raum, welche sich für Investoren lohnen könnten und die Schmerzen der aktuellen Kursverluste ausgleichen. Allerdings stellt eine Dividendenrendite keinesfalls die einzige Kennzahl für Investoren dar und erleichtert den Anleger auch nicht um eine intensive Analyse. Ausschüttungen sind und bleiben ein Bonuspunkt, welcher zum Kaufen einladen kann, aber keineswegs jener der darüber entscheiden sollte.