Warum eine französische Großbank gerade an der Börse durchstartet – und vor allem die Deutsche Bank abhängt.

Die im vergangenen Jahr zurückge­bliebene Aktie des französischen Branchenprimus BNP Paribas zählt seit Jahresbeginn nicht nur zu den stärksten Bankentiteln. Sie ist auch eine der wenigen europäischen Bankaktien, die trotz des Iran-Krieg-Knicks bei den Finanztiteln überhaupt noch im Plus liegen. Zum Vergleich: Die Papiere der Deutschen Bank sind vom Hoch Anfang Januar bei 34 Euro mittlerweile auf unter 26 Euro abgerutscht. Und das, obwohl das operative Geschäft der Frankfurter rund läuft.

Für die Aufholjagd der Franzosen gibt es mehrere Gründe. Die Aktie war wegen der 2025er-Schwäche zuletzt deutlich günstiger bewertet als die Konkurrenz. Angesichts guter operativer Entwicklung, robuster Gewinne und steigender Eigenkapitalrendite witterten viele Investoren Aufholpotenzial — auch weil das Institut eines der diversifiziertesten Geschäftsmodelle im gesamten Sektor betreibt.

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Analysten gefällt die Strategie

Von Analysten gab es zuletzt wieder positivere Einschätzungen zur Aktie. Barclays und JP Morgan korrigierten ihre Gewinnerwartungen deutlich nach oben. Die DZ Bank attestierte BNP Paribas ein überraschend starkes Privat- und Firmenkundengeschäft. Laut UBS hat vor allem das vierte Quartal die Erwartungen übertroffen, und auch der Ausblick mit ehrgeizigeren Zielen bis 2028 habe positiv überrascht. Schwung aufgenommen hatte die BNP-Rally bereits im November 2025 bei einem Kursniveau von 65 Euro. Die überraschend guten Zahlen, die Bankchef Jean-Laurent Bonnafé dann im Februar für das vergangene Geschäftsjahr vorlegte, feuerten die Rally zusätzlich an. Bonnafé hatte gleichzeitig das Eigenkapital-Renditeziel für 2028 von 13 auf mehr als 13 (2025: 11,6) Prozent angehoben. Im Schlussquartal 2025 hatte BNP Paribas das Ergebnis um 28 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen.

Auch an der Kostenbasis macht die Bank Fortschritte. Ein Sparprogramm lieferte statt geplanter Einsparungen von 600 Millionen Euro laut Bonnafé rund 800 Millionen und soll nun weiter voran­getrieben werden. Für das Jahr 2025 sollen die Aktionäre eine Jahresdividende von 5,16 Euro erhalten, was einem Anstieg um acht Prozent entspricht. Flankiert werden die Ausschüttungen von milliardenschweren Rückkaufprogrammen.

Fazit

Auch angesichts der hohen Dividendenrendite und großzügiger Aktienrückkaufprogramme bleibt BNP Paribas derzeit eine der aussichtsreichsten europäischen Bankaktien. Die Deutsche Bank kämpft dagegen im Markt weiterhin mit Skepsis angesichts strategischer Unsicherheiten, Kostenproblemen und neuer Rechtsrisiken. Die Einschätzung einiger Analysten, die bei dem DAX-Titel bereits wieder mehr Aufholpotenzial sehen als bei BNP Paribas, teilt BÖRSE ONLINE zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Auf Basis der letzten Aktienkurses vom Freitag (20.3.2026) bietet das Kursziel von BÖRSE ONLINE 28 Prozent Kurpotenzial.

Hinweis: Ganz nebenbei bietet BNP Paribas auch 7 Prozent Dividendenrendite. Noch mehr attraktive Dividendenaktien finden Sie im "Globale Dividenden-Stars"-Index von BÖRSE ONLINE 

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