Dieser Technologiekonzern war mal unangefochtener Weltmarktführer – bis Apple kam und den Markt neu definierte. Für Aktionäre folgten 18 bittere Jahre. Doch jetzt hat sich sogar Nvidia beteiligt.
Nokia – das war einmal die Ikone der Mobilfunkbranche: Nahezu unzerstörbare Handys, deren Akku bis zu zwei Wochen hielt, und dazu die Technik für die Mobilfunknetze der Netzbetreiber, die darüber anfangs nur Sprache und dann immer mehr Daten versandten. Geschäftsreisende tippten E-Mails auf den winzigen Tastaturen des klappbaren Nokia Communicators – was sollte schon schiefgehen?
Als das iPhone kam, ging Nokia unter
Viel.
Erst kam Blackberry und nahm Nokia den Großteil der Communicator-Kunden weg, dann brachte Apple 2007 das erste iPhone auf den Markt – und Nokia ging unter. 2013 wurde das Handygeschäft sogar verkauft: an Microsoft, das dafür auch keine bahnbrechende Idee hatte. Seit 2016 darf der chinesische Auftragsfertiger Foxconn Mobiltelefone mit dem Nokia-Schriftzug verkaufen, die nur am Rande mit der früheren ikonischen Qualität zu tun haben.
Doch so ganz gaben die Finnen nicht auf: Zunächst als Nokia Siemens Networks (NSN) und heute wieder unter dem puren Markennamen Nokia bauen sie weiterhin Mobilfunknetze – mittlerweile sogar für die fünfte und sechste Mobilfunk-Generation, samt Routern und anderen Komponenten. Und diese Produkte sind sehr gefragt – erst recht, seit viele Regierungen der westlichen Industrieländer überlegen, chinesische Netzkomponenten von Huawei und ZTE aufgrund von Datenschutz-Bedenken teilweise oder komplett zu verbieten.
Rückkehr als „Meme“-Stock
An der Börse spielte all das lange Zeit keine Rolle. 2023 musste Nokia sogar als „Meme“-Stock herhalten: Als Anleger rund um den Reddit-User „Roaring Kitty“ die Kurse scheinbar wertloser Unternehmen wie Gamestop, AMC, Blackberry und eben auch Nokia in die Höhe trieben, erlangten die Finnen plötzlich wieder weltweite Berühmtheit.
Im Sommer 2025 zuckte der Kurs dann wieder, denn „Roaring Kitty“ alias Keith Gill kehrte zurück und versammelte auf Reddit wieder Horden von Kleinanlegern um sich. Tatsächlich stieg in den folgenden Wochen auch der Nokia-Kurs an – doch diesmal konnten die Finnen die Performance durch eigene, starke Zahlen rechtfertigen und den Kursaufschwung aufrechterhalten.
.. und dann stieg plötzlich Nvidia ein
Der Ritterschlag erfolgte dann am 28. Oktober 2025: Nvidia investierte eine Milliarde US-Dollar in Nokia und beteiligte sich mit 2,9 Prozent. Die Beteiligung sei Teil einer strategischen Kooperation, mit der beide Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Funknetzen voranbringen wollen, hieß es. Nokia selbst setzt darauf, sich von enem klassischen Netzwerkausrüster zum Anbieter cloudbasierter, KI-fähiger Infrastruktur weiterzuentwickeln.
An diesem Tag schoss der Kurs der Nokia-Aktie um fast 17 Prozent auf 6,36 Euro in die Höhe. Dieses Niveau konnte sie natürlich nicht halten. Aber der im Juli 2025 begonnene Aufwärtstrend blieb auch danach intakt.
Blitzsauberer Chart
Und so nähert sich der Nokia-Kurs jetzt, im Februar 2026, tatsächlich wieder der Marke vom Tag der Nvidia-Meldung. Da die Aktie ihr Fünfjahreshoch bei 5,50 Euro schon im Januar hinter sich gelassen hat, ist jetzt nur noch der Einmal-Ausschlag bei 6,36 Euro vom 28. Oktober zu überwinden. Danach ist die Bahn charttechnisch erst einmal frei bis zum nächsten Zwischenhoch aus dem Jahr 2015. Das liegt bei etwa 7,50 Euro. Bis dahin sind es noch 20 Prozent.
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