Der großer Konzernumbau kommt zu einem Abschluss: Mit der Namensänderung von Daimler auf Mercedes-Benz Group schließt der Chef Ola Källenius die Umstrukturierung ab, die Ende vergangenen Jahres mit der Abspaltung des Lkw-Geschäfts von Daimler Truck begonnen hatte. Es gibt seitdem zwei getrennte Unternehmen, die beide an der Börse notiert sind. Mercedes-Benz konzentriert sich nun auf das Geschäft mit Autos und Vans.

Intern wurde die Umbenennung bereits am Samstag vollzogen. Das Stuttgarter Unternehmen erinnerte hierbei an die Gründung: Vor 136 Jahren - am 29.01. 1886 - reichte der deutsche Autoerfinder Carl Benz das erste Patent für einen Motorenwagen ein. Im selben Jahr erfand Gottlieb Daimler ein erstes Automobil. Aus den Firmen der beiden Technikpioniere entstand die Daimler AG. Es gilt ab Dienstag also "ich schaffe beim Daimler, sondern ich schaffe bei Mercedes-Benz", sagte Källenius.

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Deshalb die Namensänderung


Die Namensänderung hat vor allem einen Grund: Die ganz klare Trennung zwischen den Nutzfahrzeugen unter Daimler Trucks und den Luxusautos unter Mercedes-Benz. Die Traditionsmarke mit dem Stern solle als Firmenname genutzt werden, um den Hersteller attraktiver zu machen, hatte Källenius in der zurückliegenden Woche gesagt. "Wir sehen, dass die Aufmerksamkeit für Mercedes in den letzten 12 bis 18 Monaten gestiegen ist", resümierte der Vorstandschef.

Die Marke Mercedes-Benz ist Experten zufolge sehr wertvoll. Sie wurde beispielsweise im vergangenen Jahr vom US-Beratungsunternehmen Interbrand mit knapp 51 Milliarden US-Dollar (rund 45,7 Milliarden Euro) bewertet. In der Übersicht schnitt unter den internationalen Autobauern nur der japanische Konkurrent Toyota besser ab.

Eine Namensänderung: Nichts neues für Anleger


Für Anleger, die bereits lang in die Auto-Aktie investiert sind, ist die Namensänderung nur eine weitere. Es ist fast ein Jahrhundert her, als im Juni 1926 die Daimler-Motoren-Gesellschaft und die Benz & Cie. unter Mitwirkung der Deutschen Bank zur Daimler-Benz AG fusionierten. In den 1990-er Jahren bildeten die Stuttgarter unter dem damaligen Vorstandschef Jürgen Schrempp mit dem US-Autobauer Chrysler die DaimlerChysler AG. Als die Mehrheitsbeteiligung an Chrysler wieder abgegeben wurde, entstand 2007 die Daimler AG.

Unsere Einschätzung zur Mercedes Benz-Aktie


Ab dem morgigen Dienstag heißt die Daimler-Aktie nun Mercedes-Benz-Aktie. Källenius' erklärtes Ziel ist es, Mercedes-Benz als Luxusmarke zu etablieren. In der Aktie sieht der Vorstandschef "viel Potenzial". Das sehen wir auch: Deshalb empfehlen wir die Aktie weiterhin zum Kauf.

ak/dpa-AFX/rtr