Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstagnachmittag weiterhin von seiner unentschlossenen Seite gezeigt. Nach einem schwankenden Vormittagshandel notierte der DAX zuletzt unverändert bei 10.319,04 Punkten. Händlern zufolge fehlen nach drei Tagen mit Gewinnen derzeit die Impulse am Markt.

Der MDAX als Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank zuletzt um 0,21 Prozent auf 21 173,85 Punkte. Das Technologiewerte-Barometer TecDAX verlor - auch wegen der hohen Kurseinbußen beim Index-Schwergewicht Dialog Semiconductor - 0,58 Prozent auf 1706,23 Zähler. Beim Eurozonen-Leitindex EuroSTOXX 50 gab es einen Kursabschlag von 0,57 Prozent auf 2982,40 Punkte.

Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend ihre Geldpolitik unverändert gelassen und keine klaren Hinweise zum genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Nun richten sich alle Augen auf die Bank of Japan, deren zweitägige Sitzung am Freitag endet. Es wird mit weiteren Konjunkturhilfen gerechnet.

'STEIGENDER EURO BREMST'

Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets macht zwar auf dem Börsenparkett weiterhin eine positive Grundstimmung aus, doch diese werde vom aktuell dynamischen Anstieg des Euro etwas überlagert. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1093 US-Dollar, nachdem sie zuvor sogar etwas über 1,11 Dollar gestiegen war. Stanzl verwies auf die geringere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Exportmarkt durch einen zu starken Euro. "Unternehmen, die ihre Produkte ins Ausland verkaufen, werden mit einem steigenden Euro-Kurs unattraktiver."

Bei den Einzelwerten setzten die Adidas-Aktien (adidas) an der Dax-Spitze ihre Rekordrally fort. Sie stiegen zeitweise bis auf 147,95 Euro, nachdem der Sportartikelhersteller mit einer weiteren Prognoseerhöhung erneut ein Ausrufezeichen gesetzt hatte. Zudem gab es positive Studien von Analysten. Zuletzt verteuerten sich die Anteile um 3,09 Prozent auf 144,90 Euro.

LINDE VERLIEREN - VAGER AUSBLICK

Eine weiterhin schlechte Auftragslage im Anlagenbau verbunden mit einem vagen Ausblick brockte den Aktien von Linde ein Minus von 1,71 Prozent ein.

Das größte Sorgenkind im Dax bleiben aber die Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank). Am dritten schwachen Tag in Folge rutschten die Papiere der Großbank um 3,62 Prozent ab und notierten damit wieder knapp unter 12 Euro. Damit waren sie am Nachmittag der größte Verlierer im Dax. Nach den Quartalszahlen vom Vortag halten die wieder erstarkten Sorgen um das Kapitalpolster der Bank an.

JUNGHEINRICH SEHR SCHWACH NACH ABSTUFUNG

Den Anteilen des Gabelstapler-Produzenten Jungheinrich machte eine Abstufung durch die Deutsche Bank zu schaffen. Sie verloren am MDax-Ende 3,66 Prozent. Analystin Felicitas von Bismarck sieht vorerst kaum noch Kurstreiber.

Die Titel des auf die Finanzbranche spezialisierten IT-Dienstleisters GFT Technologies (GFT Technologies SE) gewannen nach einer Kaufempfehlung der UBS an der TecDax-Spitze (TecDAX) fast 6 Prozent.

Die Papiere von Dialog Semiconductor straften die Anleger hingegen mit einem Minus von rund 5 Prozent ab. Der Apple-Chipzulieferer (Apple) hatte seine Umsatzprognose wegen schwacher Smartphone-Verkäufe gesenkt.

Für Süss Microtec ging es mit Abschlägen von 10 Prozent noch deutlicher nach unten. Der Grund sind trübere Aussichten bei Aufträgen./ajx/das

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---